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Wie die Saarküche sich mit Afrika verbindet

Neues Kochbuch : Wenn sich die Saarküche mit Afrika verbindet

Autorin Doris Müller verbindet in ihrem neuen Kochbuch traditionelle saarländische mit afrikanischer Küche.

Kartoffeln, Bohnen, Karotten, Kohl, Lauch, Zwiebeln und Erbsen – unsere heimischen Gärten und Felder haben eine große Vielfalt zu bieten. Eine Gemüsesuppe heißt im Saarland nicht umsonst „Quer durch de Gaarde“. Der Röhrig Verlag hätte daher wohl kaum ein besseres Gericht für den Einband des kürzlich erschienenen Saarland-Kochbuches wählen können.

„Einfach lecker saarländisch“ heißt es, und es bündelt auf 96 Seiten Rezepte von traditionellen Gerichten der Region. Autorin Doris Müller hat sie neu entwickelt, verfeinert und ergänzt. Dazu gehören saarländische Klassiker, wie „Hoorische“ oder „Dibbelabbes“, aber auch einige Gerichte aus Frankreich. Neben Rezepten für „Quiche Lorraine“ oder für die „Zwiwwelsupp“ haben wir von unserem Nachbarland auch sprachlich einiges übernommen. Aus „Boudin“, der französischen Hausmacher Blutwurst, wurde zum Beispiel „Buddeng“ im saarländischen Dialekt. So wie bei diesem Rezept listete die Autorin Doris Müller in ihrem Kochbuch neben den Zutaten und der traditionellen Zubereitung auch die Namen auf, unter denen die Gerichte bis heute bekannt sind.

„Einfach lecker saarländisch“ soll jedoch auch in der modernen, globalen Küche einen Platz finden. Deshalb versuchte die Hobbyköchin, Traditionelles mit Neuem zu erweitern. Dafür richtete sie ihren Blick über den Tellerrand und die saarländischen Grenzen hinaus bis nach Afrika. Als Müller 2009 mit Freunden die Initiative „Endlich Afrika“ gründete, bereiste sie Länder wie Ghana, Kamerun oder Burkina Faso. Von dort brachte sie Ideen für die Abwandlung saarländischer Gerichte mit nach Hause. Und zeigt sie im Buch. So kombiniert sie in einem „Smoothie“ regionalen Grünkohl mit Mangos aus Burkina Faso. Auch mit den Farben der afrikanischen Produkte experimentiert sie. „Essen muss ein Erlebnis sein und so aussehen. Das Auge isst mit“, sagt auch Manfred Holz, der die Gerichte für das Kochbuch fotografierte.

Die Autorin Doris Müller. Foto: Manfred Holz - Röhrig Verlag

„Wenn ich es charakterisieren soll, ist es ein ehrliches Kochbuch. Es wurden ehrliche Produkte verwendet und genau so ehrlich sind die Fotos entstanden“, sagt die Autorin. Beim Anrichten der Teller wurden keine Hilfsmittel, so wie es sonst bei der Lebensmittelfotografie üblich sei, verwendet. Sobald das perfekte Foto im Kasten war, wurden die Gerichte von Köchin und Fotograf verspeist, erzählt sie. Das neue Saar-Kochbuch kann sich sehen lassen. Doris Müller gelingt es, die typisch saarländische Küche zu großen Teilen beizubehalten, integriert aber dennoch die globale Küche von heute. Dem Buch gelingt damit ein Spagat zwischen Tradition und Moderne. Und das auch auf dem Teller.

Doris Müller: „Einfach lecker saarländisch: Neue und traditionelle Rezepte aus dem Saarland“, erschienen im Röhrig Verlag. Preis: 19 Euro.