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Pferdesport
Wettglück: mit 50 Cent zu 2500 Euro 

Saarbrücken. Der Rennclub Saarbrücken feierte den 70. Geburtstag der Güdinger Rennbahn mit rund 5000 Gästen. Von Daniel Novickij

Nicht nur Schornsteinfeger und rosa Schweinchen bringen Glück – manchmal auch Pferde. Das zeigte sich jetzt beim Renntag in Güdingen. Dort gewann ein Glücklicher rund 2500 Euro – nachdem er sparsame 50 Cent auf ein Pferd gesetzt hatte, dem keiner etwas zutraute. Schon gar nicht den Sieg. Hätte jemand 10 Euro auf dieses Pferd gesetzt, so hätte er 51 579 Euro gewonnen.


Aber auch Zuschauer, die nicht gewettet hatten, kamen beim Renntag auf ihre Kosten: Die Stahltore am Start klappten auf, die Pferde donnerten los, ihre Hufe wirbelten reichlich Staub auf. Wie die wilde Jagd ging’s an den faszinierten Zuschauern vorbei. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Und dann kam die Krönung: Der glückliche Wettkönig konnte es kaum glauben. Das Pferd, dem kleiner eine Chance gegeben hätte, stürmte als erstes ins Ziel.



Am Sonntag feierte der Rennclub Saarbrücken nach 215 Renntagen sein 70-jähriges Bestehen. Die Gründungsväter Wolfgang Lauff und Schmeer hatten die Rennbahn am 12. September 1948 eröffnet. Seitdem kommen Gäste aus zwei Ländern und beobachten den Pferdesport in Güdingen.

„Wir durften am Sonntag rund 5000 Zuschauer begrüßen“, sagte die Sprecherin des Rennclubs Saarbrücken, Marion Fischer. Der Club sei mit der Besucherzahl zufrieden. Für einen Renntag im Herbst sei er gut besucht gewesen.

„Neben den Pferderennen gab es noch viele weitere Angebote für Klein und Groß“, berichtete Fischer – zum Beispiel für die Kinder einen Schminktisch und eine Spielecke. Des Weiteren konnten die Gäste an einer Rennbahnführung teilnehmen.

Außerdem bauten die Veranstalter eine LED-Videoleinwand auf. Somit konnten auch Zuschauer, die nicht unmittelbar an der Rennbahn standen, den Wettkampf verfolgen.

Die Erwachsenen durften ihr Glück beim Wetten testen. Der Andrang am Wettbüro war groß. „Ich wette nur aus Spaß“, verriet Kevin Strauß: „Zwei- bis dreimal im Jahr komme ich hierher und wette. Das ist nur zur reinen Unterhaltung.“

Lisa Sträßer sagte: „Ich reite selbst gerne. Dadurch habe ich bereits einen Anreiz, um hier zu sein.“ Außerdem sei das Wetter schön. Da „zocke“ man gerne. Ihr Begleiter Felix Zayouna gab zu: „Ich bin zum ersten Mal hier. Da wollte ich auch mal aus Spaß wetten.“

Die Spannung während des Rennens war groß. Die Gäste verfolgten gebannt den Wettkampf. Und der sparsame Wettkönig wird diesen Tag wahrscheinlich nie vergessen.