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Kulturpreis des Regionalverbandes
Wettbewerbsgewinner bieten Bühnenspaß für alle Sinne

Stolze Kulturpreisträger: Gründer und weitere Ensemblemitglieder des „Intensiv Theaters“ bei der Ehrungszeremonie im Schloss.
Stolze Kulturpreisträger: Gründer und weitere Ensemblemitglieder des „Intensiv Theaters“ bei der Ehrungszeremonie im Schloss. FOTO: Iris Maria Maurer
Alt-Saarbrücken. „Intensiv Theater“ überzeugt Jury und gewinnt mit seiner Vorstellung von Publikumsnähe den Kulturpreis des Regionalverbandes.

Als am Mittwochabend im Festsaal des Schlosses der Kulturpreis des Regionalverbandes 2017 für Musik verliehen wurde, war schon vor Beginn klar, dass es einen besonderen Gewinner gab. Denn das Publikum war jung, die Stimmung ausgelassen bis feierlich, und viele der Besucher erschienen in dunklem Anzug oder im Abendkleid.


Hausherr Peter Gillo, der Direktor des Regionalverbandes, war sichtlich zufrieden mit der Wahl, die die Jury unter dem Vorsitz des ehrenamtlichen Beigeordneten Karlheinz Wiesen getroffen hatte. Sie hatte das „Intensiv Theater“ gekürt. Zum Auftakt erläuterte Gillo, der Regionalverband habe die Regularien für seinen Kulturpreis 2014 geändert. Seither wird der mit 3000 Euro dotierte Preis im jährlichen Wechsel für Kunst bzw. Musik verliehen.

Der Regionalverband berücksichtige in der Sparte Musik Nachwuchskünstler, die sich „mit der Region und den gegenwärtigen Herausforderungen der Gesellschaft auseinandersetzen“, sagte Gillo. Diesmal lag der Schwerpunkt auf dem Pop, „denn die Popmusik hat einen Aufschwung an der Saar“.



Karoline Schmidt vom Kulturforum des Regionalverbandes erklärte, die Jury habe mit einem Bewertungsbogen gearbeitet. Nach dem Auszählen der Punkte war das Intensiv Theater eindeutig Sieger. Auf der Bühne nahm neben Jenny Theobald und Tim Ganter, Gründer und Geschäftsführer des Intensiv Theaters, SR-Moderatorin Susanne Wachs Platz. Wachs ließ die beiden von der Entstehung des Intensiv Theaters erzählen. „Ich hatte da so eine Idee“, begann Jenny Theobald. Die Theaterpädagogin hatte in der Schulzeit selbst Theater gespielt. Sie lernte Tim Ganter kennen, der Musikmanagement studierte und bereits ein Musical veranstaltet hatte. Gemeinsam entwickelten sie eine Vision. „Wir wollten eine Art Wohlfühltheater machen, wo die Besucher im Bademantel sich einen gemütlichen Abend machen sollten“, sagte Jenny Theobald.

Während ihrer Gespräche habe sich das Wort „intensiv“ herausgebildet. Bevor die beiden weitererzählten, gab es einen Film als Einspieler. Denn die beiden Theaterliebhaber haben sich mit ihrer Idee so weit auseinandergesetzt, dass sie Menschen vor der Kamera gefragt haben, was für sie das Wort „intensiv“ bedeutet. Und bereits damit deutete sich an, dass die beiden Gründer dieses Theaters Besonderes vorhatten.

Denn zu ihren beiden Musicalaufführungen „Jesus Christ Superstar“ und „Der kleine Horrorladen“ in Neunkirchen und Pirmasens reichte es ihnen nicht, die Musicals einfach nur aufzuführen. „Das Publikum soll das Stück mit möglichst allen Sinnen erleben“, erklärte Jenny Theobald. Daher kommt das Publikum bei den Aufführungen mit den Schauspielern schon vorher in Kontakt, in Foyer und Zuschauerraum werden ebenfalls Kulissen aufgebaut. Fingerfood wird dazu gereicht. Dazu stehen Menschen auf der Bühne, die „eigentlich nichts mit Musik zu tun haben, aber bombastisch singen können“, berichtete Tim Ganter.

In Castings fanden die beiden ihre Sänger und Schauspieler. Und da könne auch ein Elektriker dabei sein, der noch nie öffentlich gesungen hat, dessen Stimme sie aber überwältigte. Dann erfuhren die Gäste, dass das Intensiv Theater sogar ein Education-Programm hat, an Schulen geht, „um mit Schülern kleine Szenen der Musicals einzustudieren, sie dafür zu begeistern“, erzählte Jenny Theobald. Für die Musik des Intensiv Theaters ist Timo Maul zuständig.

Er war es dann auch, der bei der anschließenden Kostprobe auf der Bühne Klavier spielte, während Martin Herrmann und Denis Klein Songs aus den Musicals „Jesus Christ Superstar“ und „Der Kleine Horrorladen“ mit solcher Intensität vortrugen, dass sie das Publikum begeisterten. Während die Sänger auch den Letzten im Saal überzeugten, dass der Regionalverband hier den richtigen Sieger kürte, lief zusätzlich noch eine Projektion mit Szenenfotos der Musical-Aufführungen. So bekamen die Gäste eine sehr gute Vorstellung von den Qualitäten und der Intensität dieser Theatergruppe.