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520 Starter beim Westspangen-Lauf
Jubiläum mit Läufern der ersten Stunde

Ungewohnter Blick: Sascha Anton von den Grojos LTF Elversberg läuft durch den Bürgerpark an der Westspange. Er kam im Zehn-Kilometer-Rennen als Zweiter ins Ziel.
Ungewohnter Blick: Sascha Anton von den Grojos LTF Elversberg läuft durch den Bürgerpark an der Westspange. Er kam im Zehn-Kilometer-Rennen als Zweiter ins Ziel. FOTO: Thomas Wieck
Saarbrücken. Der Westspangen-Lauf feierte Geburtstag. Zwei der 520 Teilnehmer waren bei allen 30 Auflagen am Start. Diesmal wurden auch die Halbmarathon-Saarlandmeister gekürt. Torsten Jacob und Heike Kohler sicherten sich die Titel. Von Lucas Jost

Die Geschichte des Westspangen-Laufs geht zurück bis ins Jahr 1986: Vor 32 Jahren fand am 8. Juni der Volkslauf zum ersten Mal statt. Seinen Namen gab ihm der Startpunkt. Der lag auf der Fahrbahn der Brücke. Seitdem wanderte der Start über die Hafenstraße unter der Westspangen-Brücke und den Bürgerpark zum Leinpfad an der Saar gegenüber des Heizkraftwerks Römerbrücke. Von dort werden die Läufer seit drei Jahren auf die Strecke geschickt. Die Streckenführung hat sich kaum verändert. Da der Westspangen-Lauf seit 1986 drei Mal nicht stattgefunden hat, feierte er jetzt Jubiläum. Am Sonntag war die 30. Auflage.


Ausrichter des Sparkassen-Westspangen-Laufs ist die LAG Saarbrücken. Diese bot drei Distanzen an: ein Integrationslauf über fünf Kilometer, ein Hauptlauf über zehn Kilometer und ein Halbmarathon, der gleichzeitig Landesmeisterschaft des Saarländischen Leichtathletik-Bunds war. Mit 520 Teilnehmern machten sich so viele auf die Strecke wie seit acht Jahren nicht. Aber nicht nur die Veranstaltung feierte Jubiläum – auch zwei Läufer: Helmut Keffer von den LTF Fürstenhausen und Werner Gebhard vom Silvesterlauf Trier e. V. waren bei allen Westspangen-Läufen dabei.

Gebhard hat zum Lauf entlang der Saar eine besondere Verbindung. „Der erste Westspangen-Lauf 1986 war mein erster Wettkampf-Lauf überhaupt. Wer weiß? Ohne diesen hätte ich vielleicht nie so viele Läufe geschafft“, blickt der 60-Jährige zurück. Und er ergänzt: „Wenn ich den nicht gemacht hätte, wäre ich vielleicht nie die 600 Wettkämpfe gelaufen, die es heute sind.“ Seine Distanz waren schon immer die zehn Kilometer. In diesem Jahr musste Gebhard seine Strecke aber um die Hälfte reduzieren. Hüftprobleme zwangen ihn dazu. Mit 34:05 Minuten landete er auf Rang 32. „Ich bin froh, dass ich die Serie halten konnte“, erklärte der hauptberufliche Lauftrainer nach dem Rennen mit einem Schmunzeln.



Etwas mehr als doppelt so lang auf der Strecke waren die besten Athleten, die sich um die Saarlandmeister-Titel auf der Halbmarathon-Distanz kämpften. Als Erster über die Ziellinie kam Torsten Jacob vom LAZ Saar 05 Saarbrücken, der nach 1:16:10 Stunden mit ausgebreiteten Armen und geballten Fäusten ins Ziel einlief. Platz zwei ging an Florian Weyerhäuser vom LAZ Saarbrücken in 1:17:04 Stunden vor seinem Vereinskollegen Till Speicher, der 1:18:00 Stunden benötigte.

„Ich bin absolut zufrieden. Ich kenne die Strecke sehr gut, trainiere oft hier. Das ist so bisschen wie ein Heimrennen. Ich hatte mir Chancen ausgerechnet, mit dem Titel gerechnet habe ich nicht“, erklärte Jacob voller Freude. Und er berichtete: „Von Anfang an sind wir als Dreier-Gruppe zusammengelaufen. Bis etwa zu Kilometer zehn. Dann hat sich das Feld langsam gelöst.“ Für Jacob gab es ab der Hälfte der Strecke über 21,0975 Kilometer nur noch den Kampf gegen sich selbst – und gegen die Uhr.

Bei den Damen war Seriensiegerin Heike Kohler nicht zu besiegen. Seit 2015 hat es keine Läuferin geschafft, der Athletin von den Grojos LTF Elversberg den Titel streitig zu machen. Zwar war sie diesmal mit ihrer Zeit von 1:26:24 Stunden knapp drei Minuten langsamer als 2016 und 2017. Dennoch lief Kohler ein einsames Rennen von der Spitze weg. Cornelia Thon vom LAZ Saar 05 Saarbrücken war als Zweitplatzierte mit 1:31:56 Stunden mehr als fünf Minuten langsamer. Sie konnte im Zielspurt Claudia Seel knapp hinter sich halten. Die Läuferin vom TV Kirkel kam eine Sekunde später ins Ziel.