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Fürs Leben lernen
Werkstattdiplome für fleißige Malstatter Viertklässler

Stolz in die Ferien: Bezirksbürgermeisterin Christa Piper (hinten l.) überreichte Schülerinnen  und Schülern der Klasse 4.1 der Kirchbergschule   die Werkstattdiplome.
Stolz in die Ferien: Bezirksbürgermeisterin Christa Piper (hinten l.) überreichte Schülerinnen  und Schülern der Klasse 4.1 der Kirchbergschule die Werkstattdiplome. FOTO: DWSAAR/ Paulus
Malstatt. Der Tag vor den großen Sommerferien ist für viele Schulkinder aufregend: Denn es gibt Zeugnisse. Und das ist nicht immer nur Grund für große Freude, etwa wenn die Beurteilungen nicht den Erwartungen entsprechen.


Dagegen waren die Begeisterung und der Stolz bei allen Schülerinnen und Schülern der vierten Klassen der Grundschulen Wallenbaum und Kirchberg im Saarbrücker Stadtteil Malstatt jetzt groß.

Sie erhielten nämlich ganz besondere Zeugnisse: ihre Werkstattdiplome. Dazu haben die Kinder drei Wochen lang in Kleingruppen mit Christian Teichfischer von der Diakonie Saar jeweils zwei Schulstunden im Sachkundeunterricht gemessen, gesägt, gebohrt und genagelt und dabei ganz viel über das Arbeiten mit Holz gelernt. Zur Belohnung überreichte Bezirksbürgermeisterin Christa Piper  ganz feierlich 129 Schülerinnen und Schülern die Urkunden.



Durchgeführt wurde das Projekt vom Kinderbildungszentrum (Kibiz) der Diakonie Saar in Malstatt. Die Kinder lernten mit  Hammer, Säge, Zange, Klappmeter oder Akkuschrauber umzugehen und gleichzeitig auch Teamarbeit.

„Ihr habt die Erfahrung gemacht, dass es einfacher ist, gemeinsam zu arbeiten und sich gegenseitig zu helfen“, sagte Teischfischer bei der Übergabe der Diplome. Alle Kinder fertigen ein Werkstück an, welches sie mitnehmen durften.

„Wir haben mit Kopf, Hand und Herz gelernt“, lobte Teichfischer die jungen Handwerkerinnen und Handwerker. So hätten auch die Sprachhürden bald keine Rolle mehr gespielt. Denn 80 Prozent der Kinder in den beiden Schulen haben einen Migrationshintergrund.

„Besonders Kinder mit geringen Sprachkenntnissen lernen beim Werken viel. Sie kommen durch Beobachtung und Nachahmung zum Erfolg und erweitern so ihren Wortschatz“, erläutert er. „Hier lernen die Kinder für’s Leben“, stellte Piper fest. Nicht nur handwerkliche Fähigkeiten würden in dem Projekt früh gefördert, sondern ebenso die soziale Kompetenz.

Sie hob das Engagement der Diakonie an den beiden Schulen hervor. Das Projekt gibt es seit dem Schuljahr 2013/14 und soll auch im nächsten Jahr mit den neuen Viertklässlern weitergeführt werden. Darin waren sich alle einig: Bezirksbürgermeisterin, Schulleitungen und die Vertreter der Diakonie.

Die Diakonie Saar bietet Menschen Hilfe und Beratung an. Träger der Diakonie Saar mit über 1000 Mitarbeitenden im ganzen Saarland sind die evangelischen Kirchenkreise Saar-Ost und Saar-West. Als kirchliche Einrichtung ist die Diakonie Saar bei sozialen Fragestellungen Partnerin der evangelischen Kirchengemeinden im Saarland.