| 21:11 Uhr

Es ist kaum noch zum aushalten
Wenn klirrende Kälte in die Kleider kriecht

Rainer Kurz vom ADAC-Abschleppdienst fühlt sich von der Frostperiode nicht sonderlich beeinträchtigt.
Rainer Kurz vom ADAC-Abschleppdienst fühlt sich von der Frostperiode nicht sonderlich beeinträchtigt. FOTO: BeckerBredel
Sulzbach-/Fischbachtal. Wie Menschen, die draußen arbeiten müssen, mit den frostigen Temperaturen umgehen: Die SZ hat einige von ihnen besucht.

Sibirische Kälte. Die Russen-Peitsche. Arktischer Winter - den Medien fehlt es nicht an symbolträchtigen Beschreibungen für den strengen von Wind begleiteten Frost, der bei uns nun mal aus Osten kommt. Die ungeliebten Minustemperaturen kann man vielleicht gut ertragen, wenn man richtig angezogen ist. Wir haben uns mal umgehört.


So erzählt der Einsatzleiter der  Feuerwehr Quierschied, Peter Regneri: „Für die Freiwillige Feuerwehr ist es selbstverständlich, bei jedem Wetter einsatzbereit zu sein. Allerdings behindert die Kälte unsere Arbeit sehr. Die Finger werden steif und es wird schwierig, voll bewegungsfähig zu sein“, sagt er, als er gestern in der Gemeinde einen Einsatz hatte. Zum Glück musste nicht gelöscht werden, denn dann macht gefrierendes Wasser Einsätze wirklich schwierig.

Feuerwehrmann Tobias Becker, hauptberuflicher Gesundheits- und Krankenpfleger einer Unfallchirurgie, ist da gleicher Meinung: „Wir tragen im Einsatz Einweghandschuhe, durch diese fangen die Hände an zu schwitzen, wodurch es dann noch kälter wird.“ Die Kleidung sei selbstredend das A und O. Sein Kollege, Peter Herrmann, selbstständiger Unternehmer, sagt: „Es ist kalt, man muss sich gut schützen und die Hände viel bewegen. Das Wetter ist trotz der Kälte schön, schließlich haben wir herrlichen Sonnenschein.“ So denken wohl auch viele Spaziergänger, wie etwa Peter Louis in Göttelborn. Er trägt zwei Pullis und eine Winterjacke. Schal und Mütze seien obligatorisch. Nach dem Spaziergang freue er sich auf einen warmen Tee.

Rainer Kurz vom ADAC-Abschleppdienst fühlt sich von der Frostperiode nicht sehr beeinträchtigt: „Ich ziehe mich eben warm an, daher stört mich die Kälte nicht. Ich bin zwar öfter mal krank geworden, aber dann nehme ich eben Medikamente und halte mich gut warm. Ich mag aber lieber Regen als Kälte.“ Der Mann ist bei jedem Wetter gefragt, liegen gebliebene Fahrzeuge sammelt er wieder ein.

Annette Köster, Angestellte in der Gaststätte Didion, erklärt uns: „Unsere Dauerkundschaft aus der Gemeinde, darunter auch mal Politiker, bestellen das ganze Jahr über heiße Getränke, am meisten Kaffee, Kakao oder Cappuccino. Im Winter auch gern mal Grog oder Glühwein. Die Kälte bestimmt ein wenig das Trinkverhalten der Kunden.



Inhaber Stefan Didion war gerade damit beschäftigt, den Platz vor der Gaststätte zu fegen. „Meine wichtigste Aufgabe am Morgen ist es, den Hof zu kehren und zu streuen. Vor allem bei Schnee kommen weniger Kunden, da muss der Gehweg frei sein, sonst bleibt uns die Kundschaft aus.“

Patrick Petschick, Dachdeckermeister aus Hühnerfeld, sagt derweil: „Die Dachdecker können bei diesem Wetter gar nicht arbeiten. Momentan sind unsere Mitarbeiter freigestellt. Durch die vielen Überstunden im Sommer ist das möglich. Bei Arbeiten auf dem Dach können wir keine Handschuhe anziehen, da diese die Arbeit nur behindern. Wir arbeiten viel mit Blechen, und diese nehmen die aktuellen Temperaturen an, also sind es wie jetzt minus 10 Grad. Am liebsten arbeiten wir bei plus 20 Grad. Das ist nicht zu heiß und nicht zu kalt. Aber das sind eben die Sonnen- und Schattenseiten dieses Berufs.“

Unser Bild zeigt den zugefrorenen Fischweiher im Lasbachtal in Quierschied.
Unser Bild zeigt den zugefrorenen Fischweiher im Lasbachtal in Quierschied. FOTO: Lothar Strobel
Stefan Didion fegt vor dem Gasthaus Didion in Quierschied gegen die aktuelle Eiszeit an.
Stefan Didion fegt vor dem Gasthaus Didion in Quierschied gegen die aktuelle Eiszeit an. FOTO: BeckerBredel
Patrick Petschick, Dachdeckermeister aus Sulzbach-Hühnerfeld.
Patrick Petschick, Dachdeckermeister aus Sulzbach-Hühnerfeld. FOTO: BeckerBredel
(bub)