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Ein Spaziergang der ganz besonderen Art : Wenn eklige Maden aus den Säcken krabbeln

Ein Spaziergang der ganz besonderen Art : Wenn eklige Maden aus den Säcken krabbeln

Unterwegs mit der „Umweltstreife“ des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE) in der Ortsmitte von Dudweiler.

Manchmal ist es nur  eklig. Etwa in der Rathausstraße, wenige Meter vom Altenheim Elisabeth entfernt. Da stößt das Duo auf eine Ansammlung von Gelben Säcken vor einer Toreinfahrt. Ohne Schutzhandschuhe geht hier  garnichts. Denn die Beutel sind alles andere als vorschriftsmäßig befüllt. Aus einem Sack kriechen bei brütender Hitze unzählige Maden. Die milchig weißen Viecher winden sich wie wild im  gleißenden Sonnenlicht. Das Klingeln an der Haustür zeigt keinen Erfolg. Vielleicht ist niemand zu Hause? Vielleicht will der Mensch, der die Säcke hier abgestellt hat, auch kein Diskussionsrisiko mit den Ordnungskräften eingehen. Wer weiß.

Unterwegs mit der „Umweltstreife“ des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE) in der Ortsmitte von Dudweiler am Montagmorgen. Mit dabei auch Judith Pirrot, die Sprecherin des städtischen Unternehmens. Nicht genannt werden wollen die beiden jungen Leute in dunkelblauen Hosen und Shirts, die unübersehbar die Aufschrift „Umweltstreife“ tragen. Passanten schauen neugierig hin, manch einer nickt anerkennend ob der Arbeit, die hier geleistet wird. „Das ist aber gut, dass Sie hier rumlaufen“, sagt eine Frau, die gerade vorbeikommt. Auch ihr ist  offenkundig sehr daran gelegen, dass im  Stadtbezirk kontrolliert wird und  damit ein besseres Erscheinungsbild einhergeht.

Unterwegs, beim Spaziergang  durch einige Straßen zwecks genauerer Inspektion, ist Zeit zum Reden. Vergangene Woche habe man per Flyer auf das richtige Befüllen der Beutel in Dudweiler aufmerksam gemacht. Ebenso auf die  Abfuhrtermine. Zudem wurde werbewirksam in den Medien angekündigt, dass Nachkontrollen stattinden werden. Auch hinsichtlich dessen, dass die Säcke nicht früher als einen Tag vor Abfuhr vorm Grundstück platziert werden dürfen. Immer wieder, so Judith Pirrot, erhalte der ZKE Beschwerden über nicht ordnungsgemäßes Handeln. Solche Beschwerden würden in der Regel ans Ordnungsamt weitergeleitet. Und dann müssen sich Umweltsünder auf ein Bußgeld gefasst machen.

Vielleicht haben die Flyer-Aktion und die Kontroll-Ankündigung gefruchtet. Jedenfalls hielten sich beim Rundgang durchs Dorf die Beanstandungen des Umweltstreife-Duos sehr in Grenzen. Vor einer unsäglichen Bauruine in der Bahnhofstraße, über die die SZ schon mehrmals berichtete,  war  grüner Wildwuchs zu besichtigen. Vor einer Garage ein ähnliches Bild. Man registrierte es und will sich kümmern. Doch ansonsten machten die durchkämmten Straßen einen manierlichen Eindruck. Nicht ein einziger Hundehaufen auf den Gehwegen, die überdies gut gefegt sind, keine überfüllten Restmülltonnen - alles prima oder im Rahmen des Erträglichen. Proper war es unter anderem in Sud- und Fischbachstraße, in der Luisen- und, wie gesagt, in der Bahnhofstraße.

Ungeziefer wegen Essensresten im Gelben Sack braucht niemand, es reicht schon, dass die Krähen sie regelmäßig attackieren. Pirrot und  ihre Mitstreiter haben in anderen Stadtteilen schon grässliche Dinge erlebt. Vom verdreckten Slip bis hin zur toten Katze - in den Gelben Säcken ist offenbar viel Platz für Müll und nicht für Wertstoffe, die recycelt werden wollen. Einmal, so erzählt die Sprecherin des ZKE, habe sie in Saarbrücken einen Beutel geöffnet und auf einer Jacke  einen Haufen Flöhe entdeckt. Boaaah - schnell wieder zu.

Die beiden jungen ZKE-Mitarbeiter, die die Lage in Dudweiler sondierten, sind noch in der Ausbildung - und 2019 Jahr voll einsatzfähig. Ihr Engagement Tag für Tag kann man nur bewundern. Und ihnen die Daumen drücken, dass sich die Schweinereien, verursacht von gedankenlosen Menschen, in  engem Rahmen halten mögen.