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Weniger Züge in die Saarbrücker City: Grüne fürchten Verkehrschaos

Kostenpflichtiger Inhalt: Saarbrücken : Verkehrschaos dank Fahrplanwechsel?

Weil samstags zukünftig weniger Züge nach Saarbrücken fahren, fürchtet ein grüner Ortsverband am letzten Adventswochenende Verkehrschaos in der Innenstadt. Das Verkehrsministerium teilt die Bedenken nicht.

Noch mehr Pkw als ohnehin schon in der Saarbrücker Innenstadt: Autofahrer aus dem Sulzbachtal, die verzweifelt nach einem freien Parkplatz suchen, um letzte Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Ein solches Szenario befürchten die Grünen im Ortsverband Saarbrücken-Mitte für den letzten Adventssamstag, 21. Dezember.

Grund ist ein Fahrplanwechsel bei der Regionalbahn am 15. Dezember (die SZ berichtete). Der sorgt dafür, dass an Samstagen auf der Sulzbachtalstrecke weniger Züge rollen werden. An den Haltestellen Friedrichsthal, Sulzbach und Dudweiler hält die Regionalbahnlinie 73 dann nur noch stündlich und nicht mehr, wie bisher, alle halbe Stunde.

Die Grünen fürchten nun, der neue Fahrplan könnte dazu führen, dass mehr Leute mit dem Auto statt mit dem Zug in die Einkaufsstadt Saarbrücken fahren.

„Mit der deutlichen Kürzung des Bahnverkehrsangebotes auf der Sulzbachtalstrecke torpediert die Landesregierung die örtlichen Bemühungen um mehr Klimaschutz in Saarbrücken“, sagt Yvonne Brück. Sie wurde vor zwei Wochen zur Sprecherin des Ortsverbandes der Grünen Saarbrücken-Mitte gewählt. Damit es nicht so kommt, wie befürchtet, fordert der Grünen-Ortsverband von der Landesregierung Sonderzüge am letzten Adventssamstag.

Die wird es aber nicht geben. Der Sprecher des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums, Julian Lange, sagt: „Jeder, der mit der Bahn zum Adventseinkauf nach Saarbrücken will, wird das können.“ Nach Angaben des Verkehrsministeriums waren die Züge der Regionalbahnlinie 73 an Samstagen nur zu 15 Prozent ausgelastet. Laut Lange sitzen samstags nur halb so viele Leute in den Waggons der Sulzbachtalbahn, wie von Montag bis Freitag. Auch wenn künftig weniger Züge fahren, sei nicht davon auszugehen, dass es darin plötzlich keine freien Plätze mehr gibt.

Das Verkehrsministerium versichert, es habe auf das Datum der Fahrplanumstellung keinen Einfluss gehabt. Der Wechsel stehe schon seit vier Jahren fest. Das private Verkehrsunternehmen Vlexx hatte eine europäische Ausschreibung gewonnen und sich drei Linien, darunter die Regionalbahnlinie 73, für 15 Jahre gesichert.

Den Grünen ist der neue Fahrplan mit weniger Zügen an Samstagen auch mittelfristig ein Dorn im Auge. Tim Vollmer, der zweite neu gewählte Sprecher des Ortsverbandes Saarbrücken-Mitte, fordert, dass ab dem nächsten Fahrplanwechsel wieder mehr Züge fahren sollen.

Laut Vollmer ist ein attraktives Bahnangebot Grundvoraussetzung dafür, die Saarbrücker Innenstadt vom Autoverkehr zu entlasten. Ministeriumssprecher Lange meint, grundsätzlich sei das möglich. Dazu müsse aber erkennbar sein, dass die Leute mit der Bahn fahren wollen: „Wenn es in Zukunft eine größere Nachfrage gibt, kann die Taktung auch wieder erhöht werden.“

Das Verkehrsministerium verfolge aber andere Pläne. Ministerin Anke Rehlinger (SPD) setze sich derzeit für eine Tarifreform im ÖPNV ein. Das Tarifsystem mit den Waben werde von den Menschen als zu kompliziert und zu teuer empfunden, daher wolle das Ministerium es reformieren.