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Untreueverdacht in Saarbrücken
Weitere Ermittlungen bei Berufsfeuerwehr

Wegen Untreue-Verdachts bei der Saarbrücker Berufsfeuerwehr ermittelt die Staatsanwaltschaft mit Expertenhilfe.
Wegen Untreue-Verdachts bei der Saarbrücker Berufsfeuerwehr ermittelt die Staatsanwaltschaft mit Expertenhilfe. FOTO: Nicolas Armer / picture alliance / dpa
Saarbrücken. Saarbrücker Staatsanwalt ruft Korruptionsexperten an. Kam Behördenauto zu unrecht nach Pirmasens? Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Was hätte ein ausgemustertes Feuerwehrauto der Saarbrücker Stadtkasse erbracht, wenn es verkauft worden wäre, statt an einen privaten Fliegerclub in Pirmasens verschenkt zu werden? Damit beschäftigt sich zurzeit wieder intensiv die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen zu Untreue-Vorwürfen gegen den seit Dezember befristet vom Dienst freigestellten Chef der Berufsfeuerwehr, Josef Schun. Demnach wälzten zuletzt zusätzlich angeforderte Experten Unterlagen der Wehr, auf deren Basis der Wert des alten Dienstfahrzeugs geschätzt worden war. Entsprechende Informationen der SZ bestätigte am Mittwoch Christoph Rebmann, Sprecher der Saarbrücker Staatsanwaltschaft, schriftlich.



Die Frage, die damit geklärt werden soll: Gab es Ungereimtheiten, als der mögliche Wiederverkaufspreis des Transporters ermittelt wurde? Um das herauszufinden, zog die Staatsanwaltschaft Beamte der Einheit Besondere Ermittlungen und Korruption (BEK) hinzu. Zu Einzelheiten hinsichtlich des Sachstandes äußerte sich Rebmann nicht.

Die fiktive Erlössumme spielt eine wichtige Rolle, ob es sich um eine Straftat handelte, als Schun den einstigen Dienstwagen an seinen privaten Flugverein unentgeltlich übergeben haben soll. Das liegt bereits Jahre zurück: 2012 landete das Behördenauto auf dem Flugplatz. Bei Marginalwerten kann die Stadtverwaltung, sprich Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD), darüber entscheiden, ob es zu einer Versteigerung kommt. Was über 1000 Euro geht, bedarf einer Zustimmung in der Regel durch den Stadtrat. Auch gegen die Rathauschefin wird deshalb wegen Untreueverdachts ermittelt.

„Im Laufe des nächsten Monats“ sei nach Auskunft des zuständigen Staatsanwalts „mit einer abschließenden Entscheidung“ zu rechnen, ob es gegen Schun zur Anklage vor Gericht kommt, ergänzte Rebmann. Unabhängig davon laufe das Verfahren gegen Britz fort.