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Wegen eines Wasserrohrbruchs kann die Kita Klarenthal nicht öffnen

Kita kann nicht genutzt werden : Wasserrohrbruch bremst Regelbetrieb

Ein Wasserschaden in der Kita in Klarenthal verschärft das bestehende Problem fehlender Kita-Plätze im Bezirk West.

Seit Montag findet in den saarländischen Kindertagesstätten wieder ein eingeschränkter Regelbetrieb statt. Die städtische Kita in Klarenthal ist nach einem Wasserrohrbruch jedoch aktuell geschlossen. „Das Gebäude der Kita Klarenthal, in dem der Wasserrohrbruch festgestellt wurde, kann aktuell nicht genutzt werden“, sagt Michaela Kakuk, Mitarbeiterin der Pressestelle der Stadt Saarbrücken. Es bestehe allerdings keine Einsturzgefahr. Der Umfang der notwendigen Reparaturarbeiten wird derzeit von Bauexperten ermittelt.

„Konkrete Termine, wann der Schaden behoben werden und der Kita-Betrieb wiederaufgenommen werden kann, können wir aktuell nicht nennen“, fügt Kakuk hinzu. Ein Teil der Kinder werde ab heute in den Räumlichkeiten der Kita „In den Hanfgärten“ betreut. Zudem schaffe man derzeit die Voraussetzungen für die Betreuung weiterer Kinder in den Räumen der evangelischen Kirche.

Der Bezirksrat West wird sich in seiner Sitzung am Donnerstag kurzfristig mit der Situation in der Kita in Klarenthal befassen. Dort steht ein Bericht der Stadtverwaltung zum aktuellen Sachstand auf der Tagesordnung. Der grundsätzliche Mangel an Kita-Plätzen im Saarbrücker Westen ist ein bekanntes Problem und seit längerem Thema im Bezirksrat.

„Die Situation in puncto Kita-Plätze im Bezirk West ist allgemein völlig unzureichend und nicht zufriedenstellend. Viele Familien finden schlicht keine Plätze“, sagt die Bezirksbürgermeisterin Isolde Ries (SPD). Der Wasserschaden in der Kita Hauptstraße habe das Problem nochmals erheblich vergrößert. „Wir müssen dringend eine Lösung finden, um den Familien kurzfristig helfen zu können“, ergänzt Ries. 

Als mögliche Notlösung vor Ort in Klarenthal bringt die Bezirksbürgermeisterin eine übergangsweise Betreuung der Kinder in Containern ins Spiel.

Insgesamt fehlen in Gersweiler und Klarenthal über 100 Kita- und Krippenplätze. Die Suche nach einem Platz im Bezirk West gestaltet sich für viele Familien äußerst problematisch (die SZ berichtete). Die Stadt Saarbrücken plant den Bau einer neuen Kita in der Fenner Straße in Klarenthal. Der Baubeginn soll nach früheren Angaben im vierten Quartal diesen Jahres erfolgen.

Den geplanten Bau neuer Kita-Einrichtungen möchte Isolde Ries allerdings beschleunigen. Aus diesem Grund hat sie – unabhängig vom kurzfristig aufgetretenen Wasserschaden – einen Antrag in die morgige Sitzung des Bezirksrates eingebracht. „Wir müssen neue Wege gehen und schauen, ob sich die Bauzeit der geplanten Kitas verkürzen lässt. Nur so können wir das Grundproblem schneller lösen“, sagt sie.

Mit einem Beschluss des Bezirksrats möchte Ries die Stadt dazu auffordern, den Einsatz einer modularen Bauweise zu prüfen. Aus dem Antrag geht hervor, dass der Einsatz dieser Methode die Bauzeit deutlich verkürzen könnte. Daher hat Ries Experten einer Firma, die diese Schnellbauweise anwendet, und einen Vertreter der Gemeinde Heusweiler in die morgige Sitzung geladen. Die Gemeinde erweitert derzeit eine Grundschule nach dieser Methode.

„Es muss im Interesse aller Beteiligten liegen, den Mangel an Kita-Plätzen schnellstmöglich zu beseitigen. Dafür müssen wir alle Optionen in Betracht ziehen“, sagt Isolde Ries. Man sei in der Pflicht, eine breite Versorgung für Familien in diesem Bereich sicherzustellen.