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Wegen Corona müssen Kleingärtner ihren eigenen Grünschnitt bei sich aufbewahren

Kompostieranlagen und Annahmestellen geschlossen : Saarländer bleiben auf Grünschnitt sitzen

Wegen des Coronavirus müssen Kleingärtner ihre Gartenabfälle vorerst aufbewahren. Die FDP Heusweiler fordert deswegen eine zeitnahe Öffnung der Wertstoffhöfe und Kompostieranlagen.

Die Corona-Krise zwingt viele Menschen, zuhause zu bleiben. Da der Frühling angefangen hat, nutzen nicht wenige diese Zeit nun, um den eigenen Garten wieder auf Vordermann zu bringen.

Auf den dabei anfallenden Grünschnitt wird so mancher Kleingärtner im Regionalverand aber wohl erst einmal sitzenbleiben, da durch das Coronavirus die kommunalen Grünschnittannahmestellen sowie Wertstoffhöfe schließen mussten. Der Entsorgungsverband Saar (EVS) bittet deswegen alle Bürgerinnen und Bürger, den Grünschnitt im eigenen Garten aufzubewahren.

Der Zentrale Entsorgungsbetrieb (ZKE) in Saarbrücken schließt sich dem an. „Sicherlich stellt es für viele Kunden eine Herausforderung dar, ihren Grünschnitt auf dem eigenen Grundstück zu lagern. Angesichts der dramatischen öffentlichen Gesundheitslage müssen wir unsere Kunden, die ihre Gartenpflegemaßnahmen nicht zurückzustellen können, bitten, genau dies zu tun“, erklärt ZKE-Sprecherin Judith Pirrot.

Auch schadstoffhaltige Abfälle, die man zum Beispiel gerade beim Entrümpeln entdeckt hat, sollten zu Hause zwischengelagert werden. Kleinere Grünschnittmengen kann man aber über die eigene Biotonne entsorgen, wie Pirrot erklärt. Zudem biete das ZKE für Donnerstag, 16. April, einen gesonderten Abfuhrservice für Strauch- und Baumschnitt in Saarbrücken an. Bis diesen Donnerstag, 9. April, können Bürgerinnen und Bürger ihr Schnittgut beim ZKE dafür noch anmelden (siehe Infokasten).

Während gewerblicher Grünschnitt in Saarbrücken dem ZKE zufolge weiterhin per Container entsorgt werden kann, ist dies an anderer Stelle im Regionalverband bereits nicht mehr möglich. So wurde jüngst in Völklingen die dafür zuständige Kompostieranlage wegen des Coronavirus geschlossen. Auch dort empfiehlt man, den Grünschnitt trocken zu lagern oder zerkleinert in die Biotonne zu stecken.

Von einer Entsorgung im Wald rät die Stadtverwaltung von Völklingen dagegen ab. Auch wenn es sich bei Grünschnitt um biologisch abbaubares Material handelt, ist dessen Entsorgung in der Umwelt illegal, wie Pressesprecher Sebastian Feß betont.

Je nach Menge kann dies auch richtig teuer werden. Im Saarland drohen laut dem aktuellen Bußgeldkatalog bis zu 2500 Euro Strafe für die illegale Entsorgung von pflanzlichen Abfällen.

Nach Auffassung der FDP in Heusweiler sollten die Bürger deswegen bald wieder die Möglichkeit haben, ihre Abfälle fachgerecht zu entsorgen. Die Landesregierung solle dazu eine „baldige Öffnung der Wertstoffhöfe und Kompostieranlagen im Saarland anstreben“ und eine gemeinsame Lösung mit den Gemeinden finden, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Auch spreche nichts gegen die Öffnung solcher Anlagen – „sofern bestimmte Regeln beachtet werden“, wie die Liberalen betonen. Da die Bürger in der Regel mit dem Auto auf das Gelände der Wertstoffhöfe und Kompostieranlagen fahren, wäre auch das Einhalten des Mindestabstands möglich.