| 20:45 Uhr

Rundgang mit dem Ex-Revierförster
Was wird aus dem Karl-May-Wanderweg?

Den Handlauf an dieser Treppe auf dem Karl-May-Wanderweg hält Ex-Förster Hubert Dörrenbächer für ungeeignet. 
Den Handlauf an dieser Treppe auf dem Karl-May-Wanderweg hält Ex-Förster Hubert Dörrenbächer für ungeeignet.  FOTO: Michèle Hartmann
Sulzbach. Rundgang mit dem Initiator, der mangelnde Instandhaltung beklagt. Wir tun, was wir können, sagt hingegen der Revierförster.

An einem Samstag im Winter: Treffen mit Hubert Dörrenbächer. Start zu einem Rundgang auf dem Karl-May-Wanderweg. Los geht’s am ehemaligen Steinbruch unterhalb der Goethestraße in Neuweiler. Wir sind noch nicht weit gekommen, da stehen wir an einer steilen Treppe mit halbrundem Handlauf. Eben diesen, der vor rund einem halben Jahr installiert worden ist, moniert der Ex-Revierförster von Sulzbach. Das hölzerne Teil sei scharfkantig und stelle deshalb eine Verletzungsgefahr dar. Im unteren Teil der Treppe ist eine Stufe an einer Seite abgebrochen. Auch das gefällt dem heutigen Ruheständler, der den Themenweg einst konzipiert hat, nicht.  Nach Spuren von Vandalismus muss man nicht lange suchen. So kommen wir an einer Info-Tafel vorbei, die arg verschrammt und deshalb unansehnlich ist. Es sieht aus, als habe hier jemand mit einer Axt gewütet.


Wir kommen an einer Bank vorbei. Hier, erzählt Dörrenbächer, habe etwa ein halbes Jahr lang Müll gelegen. Und  nun ist er weg. Wir gehen weiter und kommen auf das Areal am alten Schießstand. Im Sommer sei hier der Weg versperrt gewesen durch wuchernde Brombeer-Sträucher, sagt der ehemalige Saarforst-Mann. Am Brennenden Berg angelangt, steht da eine hölzerne Sitzgruppe, der die Tischplatte abhanden kam. Man fragt sich, wer ein solch schweres Teil aus dem Wald trägt. „Seit ungefähr eineinhalb Jahren fehlt der Tisch“, sagt Dörrenbächer. Und dann kommt ein ganz trauriges Kapitel gegenüber dem Forsthaus in Neuweiler: die mit Graffiti verschmierte Tafel, die auf den Philosophenweg hinweist. Ludwig Harig zu Ehren wurde der Weg im Juni 2011 eingeweiht. Der Schriftsteller war selbst zugegen. „Er ist auch ein Karl-May-Fan“, erfahren wir von unserem Tour-Begleiter.

Die Klagen Dörrenbächers, der befürchtet, dass „sein“ Wanderweg  mehr und mehr verkommt,  hat die SZ dem zuständigen Revierförster Nils Lesch und Bürgermeister Michael Adam als Verbandsvorsteher der Zweckverbände Ruhbachtal und Brennender Berg vorgetragen. 2015, sagt Lesch, habe eine Inventur auf dem Gebiet der beiden Zweckverbände stattgefunden. Fazit: 136 bauliche Einrichtungen (Schilder, Bänke etc.) wurden gezählt. Heute seien es noch 107. Das sei enorm viel – etwa im Vergleich zu den 53 baulichen Einrichtungen, die man auf dem Terrain des Zweckverbandes Itzenplitz mit Schiffweiler, Merchweiler und Friedrichsthal vorfinde. Wobei über allem die Verkehrssicherungspflicht stehe. Das heißt: Der Revierförster muss für größtmögliche Sicherheit sorgen.



So habe der Saarforst beispielsweise dafür Sorge  zu tragen, dass sich über einer Ruhebank keine morschen Äste befinden. Mindestens zweimal im Jahr – und auch nach Extremwetter – müsse man  im Übrigen  sämtliche  Wege abgehen und nach dem Rechten sehen. Was das neue Geländer mit dem monierten Handlauf angeht, so  erklärt Förster Lesch, dass man diesbezüglich einer Empfehlung des TÜV gefolgt sei. Das alte Geländer sei baufällig gewesen, man habe es noch vor der Gudd-Gess-Tour 2017 erneuern müssen.  Was die Vandalismus-Schäden angeht, so werde man diese noch vor dem Frühjahr erfassen und – soweit  finanziell im Rahmen – diese auch beseitigen. Ersetzt werde auch die verschwundene Tischplatte am Brennenden Berg, das stehe schon auf der To-Do-Liste.

Zweckverbandsvorsteher Michael Adam erklärte im Gespräch mit der SZ, dass man in den beiden letzten Jahren 54 000 Euro ausgegeben habe für Maßnahmen, die den Zweckverband Brennender Berg betreffen, auf dem Gebiet des Zweckverbandes Ruhbachtal seien es 42 000 Euro gewesen. Das Terrain, um das es Hubert Dörrenbächer geht, werde stetig aufgewertet, unter anderem sei eine Brücke erneuert worden, und Kettensägenkünstler hätten Hinweisschilder beigesteuert. Niemand könne behaupten, so Adam sinngemäß, dass man den Rückwärtsgang eingelegt habe. Im Übrigen kündigte er ein besonderes Waldpädagogik-Projekt an, das am 1. Mai offiziell vorgestellt wird.

Heftige Spuren von Vandalismus muss man nicht lange suchen. Diese Tafel ist Graffiti verschmierte, andere sind regelrecht zerhackt worden.
Heftige Spuren von Vandalismus muss man nicht lange suchen. Diese Tafel ist Graffiti verschmierte, andere sind regelrecht zerhackt worden. FOTO: Michèle Hartmann
FOTO: Michèle Hartmann
Am Brennenden Berg steht eine Sitzgruppe, der die Tischplatte abhanden gekommen ist. Sie soll wieder ersetzt werden.
Am Brennenden Berg steht eine Sitzgruppe, der die Tischplatte abhanden gekommen ist. Sie soll wieder ersetzt werden. FOTO: Michèle Hartmann
(mh)