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Was vier Jugendliche machen würden, wenn sie Oberbürgermeister wären

Jugend und Politik : Die Jugend hätte im Rathaus Großes vor

Die SZ hat vier Jugendliche aus dem Regionalverband Saarbrücken gefragt, was sie ändern würden, wenn sie Oberbürgermeister wären.

Der 26. Mai wird ein Superwahltag in der Landeshauptstadt. Die Stadtverwaltung bittet circa 140 000 Wahlberechtigte an die Urnen, darunter natürlich viele junge Leute.

Die SZ sprach mit vier Jugendlichen, von denen drei in diesem Jahr zum ersten Mal ihre Stimme bei Kommunalwahlen abgeben dürfen. Und fragte sie, was im Regionalverband für sie wichtig ist. Schließlich: Was würden sie ändern, wenn sie selbst Oberbürgermeister oder Oberbürgermeisterin wären? Alle Jugendlichen sind sich einig, dass Kommunalpolitik wichtig ist, da sie das Leben vor Ort bestimme. Doch der jüngeren Generation fehle der Zugang.

Johannes Birkenmaier (19) aus Dudweiler sieht folgendes Problem: „Meist führen ältere Menschen die lokalpolitischen Debatten, und die Jungwähler bekommen wenig davon mit.“ Da sei es schwierig, sich selbst eine Meinung zu bilden.

Hannah Würker (17) aus Bischmisheim findet, dass es zu geringe Mitbestimmungsrechte für junge Menschen gibt. Constanze Billotet (18), die in Riegelsberg aufgewachsen ist und seit einigen Monaten in Berlin studiert, ist sich sicher, dass Kommunalpolitik interessanter wäre für junge Leute, wenn es mehr um Kultur ginge. Damit lasse sich dann auch die Wahlbeteiligung unter jungen Menschen erhöhen.

Felix Petry (18) aus Kleinblittersdorf und Johannes Birkenmaier wünschen sich, dass Kommunalpolitik ein Thema in den Schulen wird. Felix schlägt vor, zumindest ein Infoblatt in den Schulen auszugeben, welche politischen Institutionen es auf der kommunalen Ebene gibt und wie diese gewählt werden. An seiner Schule habe es darüber keinerlei Information gegeben.

 Wenn einer der vier selbst die Chance hätte, Oberbürgermeister zu werden, würden sie vieles verändern. Constanze sagt, dass vor allen Dingen die Kultur in Saarbrücken auf dem absteigenden Ast sei. Sie findet es schade, dass es in Saarbrücken selten große Konzerte oder Sportevents gibt. Überhaupt sei kulturell wenig los. Um das Problem zu lösen, würde sie erst einmal die Saarlandhalle renovieren lassen und sie mit dem Ludwigspark zu einem Eventzentrum machen.

So könnte eine Tradition aufleben, und es könnte im Ludwigspark wieder Open-Air-Konzerte geben. Eine ähnliche Idee hat Felix: Er würde das alte Messegelände nutzen, um dort eine große Mehrzweckhalle nach dem Vorbild der Kölner Lanxess-Arena zu bauen.

Johannes schwebt vor, den Bürgerpark zu beleben. Denn viele Eltern hätten Bedenken, ihre Kinder zum Skaten dorthin zu lassen. Er selbst möchte den neuen Skatepark nutzen und würde als Oberbürgermeister den Park aufwerten. Beispielsweise mit einer Gaststätte und einer gepflegteren Verbindung zur Innenstadt an der Saar entlang.

Hannah, selbst noch Schülerin, kritisiert die mangelhafte Ausstattung der Schulen. „Vor allem die technische Ausstattung ist absolut katastrophal“, erzählt sie. Wenn sie selbst Oberbürgermeisterin wäre, würde sie den Schulen im Regionalverband deutlich mehr Geld zur Verfügung stellen.

Ein Thema, das alle Jugendlichen gleichermaßen bewegt, ist der Nahverkehr in und um Saarbrücken. Constanze hält die Ticketpreise in Verhältnis zum Angebot für überteuert. Dieser Kritik schließt sich Hannah an. Sie bemängelt, dass es keine Schülerpreise für Einzelfahrkarten gibt.

Felix Petry.   Foto: Becker&Bredel Foto: BeckerBredel
Johannes Birkenmeier. Foto: Becker&Bredel Foto: BeckerBredel
Am 26. Mai geht es darum, wer in den nächsten Jahren im Saarbrücker Rathaus das Sagen hat.  Foto: Robby Lorenz/Robbby Lorenz

Johannes Birkenmaier aus Dudweiler und Felix Petry aus Kleinblittersdorf finden ebenfalls, dass die Tickets viel zu teuer seien, vor allem da Schüler sowieso nur wenig Geld hätten. Felix erzählt, dass seine Familie monatlich etwa 180 Euro für Monatskarten ausgeben müsse, damit alle drei Kinder zur Schule fahren können. Wenn die beiden jungen Männer Oberbürgermeister wären, würden sie dafür sorgen, dass Busse und Bahnen für Schüler kostenlos sind.