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Was macht der Sternekoch Alexander Kunz (Bliesen) aus der Corona-Krise?

Serie Wie geht’s? : Ein Sternekoch wird zum Fertiggericht-Lieferanten

Wie gehen bekannte Saarländer mit der Corona-Krise um, ganz privat? SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus stellt Prominenten drei immer gleiche Fragen und bittet um ein Selfie oder Schnappschuss.

Heute: Sternekoch Alexander Kunz (53).

Gourmetrestaurant und Kaminzimmer sind zu. Doch Kunz ist bei unserem Anruf gerade beim Rouladenwickeln, in seiner neuen „Alexander Kunz Manufaktur“ in Bliesen. Wie das? Schon länger belieferte Kunz Kollegen mit Tiefkühl-Fertiggerichten, jetzt weitet er das Geschäft auf Privatkunden aus, steckt mitten im Aufbau des neuen Firmenzweigs. Man spürt Aufbruchstimmung. Für Sorgen, etwa um seine 76-jährige Mutter, die im Bliesener Stammhaus lebt, bleibt da wenig Zeit, zumal sie bestens versorgt sei. Abends, wenn die Manufaktur-Küche still steht, bedient sie sich an den neuen Produkten.

Was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

Gut Ding braucht einen Anstoß. „Die Idee der ,Manufaktur’ lag lange in der Schublade. Nie fand ich die rechte Zeit, dafür ein Konzept zu entwickeln“, sagt Kunz. Die hatte er plötzlich – und den Kopf und die Hände frei, zum Weiterdenken, zum Experimentieren. Noch lässt der Gastronom die Gerichte im Raum St. Wendel zu den Kunden bringen, demnächst will er auf Paketservice umstellen. In Kunz-Qualität kommen dann als Kunz-Klassiker und Traditionsgerichte überall zu jedem ins Haus. Kunz meint, Corona habe ihm nichts gelehrt, aber was geschenkt, die Schärfung einer Geschäftsidee.

Welche privaten Pläne wurden durchkreuzt?

Kunz ist ein Spontanurlauber, schwingt sich am liebsten auf seine BMW oder seine Harley Davidson und düst los. Im Juni wollte er mit seiner Lebensgefährtin zum Harley Davidson Treffen nach St. Tropez: „Das habe ich bereits abgehakt“, sagt er. Aktuell fehlen ihm die schnellen, unkomplizierten Treffen mit einer festen Männertruppe: „Wir gehen in einfache Saarbrücker Lokale, nehmen den Mittagstisch.“ Corona vernichte nicht nur Großes, meint er, sondern wertvolle alltägliche Gemeinschaft.

Was tun Sie als erstes, wenn die Kontaktsperre fällt?

„Ich rufe Freunde an und verabrede mich zu einer Motorrradtour“, sagt Kunz. Ziel: am liebsten Elsass, trotz heutiger Grand-Est-Notlage. Zwar kann Kunz laut Ausgangs-Regelung auch jetzt touren, tut es aber nicht. „Das ist nicht dasselbe. Das Schönste ist, wenn man in der Gruppe fährt.“