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Einzelhandel
Katharina Reiser leitet Laden-Stadt in der City

 Center-Managerin Katharina Reiser muss viel dazu beisteuern, dass die  Europa-Galerie in Saarbrücken ein Kundenmagnet bleibt.
Center-Managerin Katharina Reiser muss viel dazu beisteuern, dass die  Europa-Galerie in Saarbrücken ein Kundenmagnet bleibt. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Die Europa-Galerie liegt an der wichtigsten Einkaufsmeile des Landes. Entsprechend groß ist die Konkurrenz. Eine weitere Herausforderung für die Managerin der Galerie. Katharina Reiser nimmt sie an. Von Udo Lorenz

Vor einem Jahrzehnt aus Denkmalschutzgründen noch umstritten, hat sich die in der ehemaligen Bergwerksdirektion untergebrachte „Europa-Galerie“ inzwischen etabliert. Fast 25 000 Menschen am Tag strömen vorbei an den Zählern, die an allen Eingangstüren installiert sind. Jeder vierte Besucher kommt aus Frankreich. Bei nur wenigen Leerständen sind „derzeit etwas über 100 der 110 Geschäfte, Cafes, Restaurants, Waren- und Dienstleistungsbetriebe vermietet“, sagt Center-Managerin Katharina Reiser.


Sie ist seit Mitte 2018 Chefin der zur Hamburger ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG gehörenden Europa-Galerie. ECE ist in Europa Branchen-Marktführer mit 195 gemanagten Einkaufszentren. „Wir liegen in Saarbrücken noch immer im prognostizierten Sieben-Millionen-Besucher-Bereich pro Jahr“, sagt Reiser. Und das, obwohl sich die Europa-Galerie einer zunehmenden Konkurrenz gegenübersieht. Sei es durch die Galeria Kaufhof/Karstadt-Fusion, durch andere Geschäfte in der Bahnhofstraße oder durch das Outlet-Center in Zweibrücken. Und, nicht zu vergessen, das im Herbst 2018 eröffnete lothringische Einkaufszentrum B’est in Farébersviller.

Zwar sind aus der für 170 Millionen Euro errichteten und im Oktober 2010 eröffneten Europa-Galerie schon einige renommierte Mieter ausgezogen, etwa die Thalia-Buchhandlung oder der französische Friseur-Weltmeister Philippe Rinkenbach. „Doch sind immer wieder andere hinzugekommen, wie zum Beispiel Who’s Perfect , S’Oliver, Icepack…“, sagt Reiser: „Unsere Liste von potenziellen Mietern ist lang, allerdings sind wir stets bemüht, den Branchenmix weiter zu verbessern und so die Attraktivität der Europa-Galerie weiter zu erhöhen.“



Die Thalia-Buchhandlung habe sich von einst zwei Standorten in der City auf den in der Bahnhofstraße konzentriert. Umgekehrt habe sich aber beispielsweise Comma Mode unter den zwei Standorten in der Einkaufsmeile Bahnhofstraße für die Präsenz in der Europa-Galerie entschieden. Die meisten Europa-Galerie-Läden gehören trotz wachsendem Online-Shopping nach wie vor zur Modebranche, gefolgt von den Sparten Lebensmittel/Gastronomie, Schuhe/Sport, Beauty und Telekommunikation.

Friseur-Champion Rinkenbach habe von Anfang an nur einen Kurzläufer-Zeitvertrag gehabt, erklärt Reiser. Zur Höhe der Mieten auf den 25 000 Quadratmetern Verkaufsfläche nennt sie keine Details. „Das ist nach Größe, Branche und Lage ganz unterschiedlich.“

Bis zum 31. Dezember 2020 laufen einige Zehn-Jahres-Verträge aus. „Es sind bereits einige Mietverträge frühzeitig verlängert worden“, sagt Reiser optimistisch. Rund 900 Jobs über das Jahr gerechnet – „immer abhängig von der Saison“ biete die Europa-Galerie. Gute Fachkräfte seien wie quasi überall auch dort gesucht. „Auf unserer Homepage sind immer einige Stellen ausgeschrieben“, sagt die Center-Verantwortliche.

Um Kunden anzulocken, bietet die Europa-Galerie Events wie die federgeschmückten Sambatänzerinnen, die „Nassauer“ am Fastnachtssamstag, 2. März, oder die Aktionswoche „Faszination Schach“, bei der die Besucher Ende März im königlichen Spiel gegen Champions oder Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) antreten können.

Kritiker bemängeln, die Aufzüge seien nur schwer zu finden. Das Gastronomie-Angebot sei noch unzureichend, und es gebe keinen Rollstuhlverleih. Auch Garderoben und Toiletten seien noch verbesserungswürdig, meinen manche.

Und Gewerkschafter beanstanden, in vielen Läden des Einkaufszentrums gebe es keine Tarifbindung und keine gesetzliche Mitbestimmung für die Beschäftigten.

Darauf erwidert sagt Center-Managerin Reiser: „Natürlich versuchen wir einen positiven Einfluss auf unsere Mieter zu nehmen, allerdings können und dürfen wir aus juristischen Gründen nicht in die unternehmerische Freiheit unserer Mieter eingreifen. Wir wissen auch, dass wir nicht perfekt sind, allerdings überprüfen wir ständig den Ist-Zustand unseres Centers und versuchen, es zu optimieren. So haben wir ein 3-D- Wegeleitsystem für die bessere Orientierung im Center geschaffen. Familien können sich bei uns Kidcars für die Kleinen ausleihen, um bequem shoppen zu können. Und sollte mal der Handy-Akku leer sein, helfen wir mit kostenlosen Powerbanks zum Ausleihen. Dazu haben wir im Parkhaus neuerdings zwei E-Ladetankstellen installiert“.