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Es tut sich was in unserer Region
Warum mussten hier Bäume verschwinden?

Auf der Halde Lydia  ist nichts mehr, wie es war. Allerdings ist dies unumgänglich, sagt ein Experte der  RAG-Montan-Immobilien-GmbH.
Auf der Halde Lydia  ist nichts mehr, wie es war. Allerdings ist dies unumgänglich, sagt ein Experte der  RAG-Montan-Immobilien-GmbH. FOTO: BeckerBredel
Sulzbach-/Fischbachtal/Ensdorf. Experte der RAG-Montan-Immobilien-GmbH verteidigt die einschneidenden Arbeiten auf der Halde Lydia nahe Saarbrücken.

Viele Menschen sind sauer, haben kein Verständnis dafür, was sich derzeit rund um die Halde Lydia abspielt. Rodungen im großen Stil an den Flanken der Lydia sind da deutlich sichtbar.


Und wer ist dafür verantwortlich? Die RAG-Montan-Immobilien-GmbH hat diese Maßnahme zu verantworten. Die SZ traf am saarländischen Hauptsitz in Ensdorf. RAG-Prokurist Rudolf Krumm. Er erklärte nicht nur dieses Projekt, sondern gab auch einen weitergehenden Ausblick auf das, was sein Unternehmen in naher und fernerer Zukunft in unserer Region noch vorhabe.

Krumm betont, dass an den breit angelegten Rodungsarbeiten kein Weg vorbeigeführt habe. Um die Bergaufsicht hinter sich zu lassen, müssten die Flanken der Halde abgeflacht werden. Im jetzigen Zustand seien sie nicht standsicher. Um die Stabilität des Haldenkörpers zu bewerkstelligen, würden große Maschinen zum Einsatz kommen – und die brauchten eben Platz. Ähnliches geschieht bei der Halde nördlich der Fischbachbahn.

Die Halden werden fit gemacht  für eine Folgenutzung – für welche auch immer. Die Arbeiten werden  voraussichtlich drei Jahre in Anspruch nehmen, inklusive der Herstellung von Entwässerungssystemen und Abdichten der sogenannten Warmbereiche. Hier geht es darum, bindige Böden aufzutragen, wodurch weniger Sauerstoff in den Haldenkörper eindringen kann und somit die Brandgefahr – bei dem früher üblichen hohen Kohleanteil – minimiert wird. Im Übrigen werden  die durch Flanken-Abflachung bei der Lydia anfallenden „Waschberge“  genutzt zur Endgestaltung der Halde nördlich der Fischbachbahn.  Waschberge sind das nicht als Brennstoff nutzbare Gestein,  bergmännisch auch Berge genannt. Die von Rudolf Krumm erwähnte Endgestaltung umfasst auch die Rekultivierung des Areals.

Als Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft wird die RAG im Sommer  dieses Jahr die Fortsetzung der Renaturierung des Fischbachs in der Waldparkanlage in Angriff nehmen. Und zwar nach Süden hin, Richtung Saarbrücken – auf einer Länge von 1500 Metern. Die Befreiung des Baches aus allen ,,gradlinigen Zwängen“ auf dem  ersten Abschnitt ist längst fertig, der Anblick erfreut Kinder wie schlendernde Erwachsene im Quierschieder Gemeindeteil Fischbach.



Was wiederum die Halde Maybach angeht, so wird dieses Jahr noch das Bodenmanagement in Angriff genommen. Bekanntermaßen soll  ja im unteren Teil der Halde auf Friedrichsthaler  Bann eine gewerblich nutzbare Fläche entstehen. Und im oberen Teil muss auch noch viel gearbeitet werden, damit das Regenwasser nicht einsickert. Alles zusammen genommen, wird diese Maßnahme rund zehn Jahre Arbeit in Anspruch nehmen. Was da an Material und Masse bewegt wird, kann man sich als Laie kaum vorstellen.

Bekanntermaßen ist 2017 der Sulzbach im Salinenpark renaturiert worden. Die Maßnahme ist soweit abgeschlossen, erklärt Rudolf Krumm. Was hier bloß noch fehlt, ist die Begrünung rings umher, also muss noch einiges angepflanzt werden, um das Auge des Spaziergängers zu erfreuen.

Wichtig zu erwähnen ist der RAG Montan Immobilien GmbH auch, dass rund ums Neubaugebiet  Geißwies die Vorbereitungen begonnen  haben zur Errichtung der Lärmschutz-Anlage. Der zweite Bauabschnitt soll im laufenden Jahr erfolgen. Eine Info-Veranstaltung für die Bürger ist vorab geplant.

Die Renaturierungsmaßnahmen am Fischbach gehen dieses Jahr weiter.
Die Renaturierungsmaßnahmen am Fischbach gehen dieses Jahr weiter. FOTO: Iris Maurer