Wald-Masterplan von Umweltminister Jost kein großer Wurf

Kommentar : Nicht hinter die Fichte führen lassen

Mit breiter Brust kann Saar-Umweltminister Jost (SPD) am kommenden Mittwoch zum „Nationalen Waldgipfel“ von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) ins Maritim-Hotel an der noblen Berliner Friedrichstraße reisen.

„Sein“ Saarforst hat einen Laubbaumanteil von 75 Prozent, worum ihn seine Ministerkollegen beneiden. Deren Fichten-Monokulturen werden von Orkanen niedergemäht, vom Borkenkäfer durchbohrt, verbrennen oder vertrocknen schlicht. Doch die Saar-Waldstruktur ist nicht Josts Verdienst: In der Vergangenheit haben seine Vorgängerin und seine Vorgänger klug gehandelt, um einen Mischwald zu schaffen, der dem Klimawandel besser gewachsen ist. Und dieser Klimawandel verlangt auch von Jost Großes: Statt die auch im Saarland zerstörten Fichtenbestände aufzuforsten, nur weil sie am schnellsten wachsen und Profit bringen, muss er widerstandsfähigere Baumarten einpflanzen. Besser noch: den Wald Urwald sein lassen. Urwald kann sich noch am besten anpassen an die Klimaherausforderungen der Zukunft.

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