VSK weist Vorwurf der Homophobie zurück und will sich modernisieren

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Teilnahmeverbot für lesbisches Paar : Karnevalsverband weist Vorwurf der Homophobie zurück

Der Verband Saarländischer Karnevalsvereine ist in die Kritik geraten, weil er ein lesbisches Paar nicht bei der Wahl zum „Prinzenpaar des Jahres“ hat teilnehmen lassen. Jetzt will sich der Verband „fit für die Zukunft“ machen.

Ein Prinzessinenpaar des Karnevalsvereins „Die Rebläuse“ aus Kleinblittersdorf wollte für den Titel „Prinzenpaar des Jahres“ kandidieren. Doch der Verband Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) erlaubte Heike II. und Ute I. die Teilnahme nicht (wir berichteten). Das hat in den sozialen Netzwerken eine Debatte darüber ausgelöst, wie zeitgemäß die Satzungen des Verbands sind.

In einer Stellungnahme erklärte der VSK nun, er wolle seine Satzungen an geeigneter Stelle neu verhandeln. Der VSK stehe „für eine offene, bunte und vielfältige Gesellschaft, egal welcher Herkunft, welchen Geschlechtes, welcher Sexualität, welcher Hautfarbe, welche Religion ein Mensch angehört“, heißt es in einer Pressemitteilung. Weiterhin weist der VSK „jegliche Unterstellung einer homophoben Haltung“ seiner Mitglieder zurück.

Dennoch verweist der VSK auf seine „seit Jahrzehnten gültigen Richtlinien“. Diese seien durch die Debatte in die Kritik geraten. Nach bisheriger Auffassung seien die „traditionellen Repräsentanten des saarländischen Brauchtums ein Prinzenpaar, bestehend aus Prinz und Prinzessin“. Aber: „Durch die heute angestoßene Debatte hat der Verband sehr wohl wahrgenommen, dass diese Festlegung an die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung angepasst werden muss“. Diese Debatte wolle man mit den Gesellschaften gemeinsam in den dafür vorgesehenen Gremien führen – „und nicht in den sozialen Medien“ , wie der VSK ausdrücklich betont. Man habe bereits Kontakt mit der betroffenen Karnevallsgesellschaft aufgenommen und „erste Gespräche“ begonnen.

Als Ziel gibt der VSK das Motto aus, „Traditionen erhalten, Brauchtum pflegen, aber auch fit für die Zukunft zu sein“. Diese Aufgabe nehme man an.