„Vorstellabend der Narren“ in Saarbrücken kürte Büttenredner

„Vorstellabend der Narren“ : Narrenzunft kürte ihre besten Büttenredner

Zwei der Jüngsten begeisterten Jury und Gäste beim „Vorstellabend der Narren“, einer Kombination aus Büttenrednerbörse und Wettbewerb. Florentina Keßler und Cosima Langer, gerade einmal elf und 13 Jahre alt, hatten bei ihrem Vortrag nicht nur die passenden Pointen parat.

Die Merchweiler Karnevalistinnen aus dem Verein „Mer senn do“ wussten genau, wann sie in ihrem flüssigen Vortrag kurze Pausen einzustreuen hatten. Etwa um das Publikum erst einmal zu Ende lachen zu lassen. Kaum zu glauben, dass beide noch keine zwei Jahre auf den karnevalistischen Bühne zu sehen sind.

Der Vorstellabend ist eine gemeinsame Veranstaltung der Saarbrücker Karnevalsgesellschaft „M‘r sin nit so“, dem Verband saarländischer Karnevalsvereine (VSK), dem Kulturamt der Landeshauptstadt und des SR. Auch VSK-Präsident Hans-Werner Strauß war begeistert. „Wir haben heute viele ganz tolle Beiträge von hoher Qualität gesehen.“

„Parteigründerin“ Melanie Neutzling von den Nassauern hat das politische Geschehen in ihrer Heimatstadt Saarbrücken genau im Blick und weiß diese auch in Zusammenarbeit mit Papa Gerd humorvoll in eine Rede zu packen. Atemberaubend auch, wie sie die bisherigen Ämter der Annegret Kramp-Karrenbauer bis hin zur Verteidigungsministerin runterrasselt. Auch Bekanntheiten von außerhalb bekommen von ihr ihr Fett weg. Gemünzt auf Neu-Europa-Kommissarin Von der Leyen: „Je mehr Fehler man macht, desto mehr wird man befördert.“

Mehr auf Klaumauk versteht sich „Dummschwätzer“ Thomas Woll, KV Kutzhof. Gerne auch mit Frivolem aus dem eigenen Leben. Als „Lilly und Moritz“ haben Elisabeth und Johannes Hoffmann, von der „Flitsch“ in Heiligenwald bereits im Vorjahr gewonnen. Mit Pointen wie diesen: Wie würden wohl die Nachfahren von Sängerin Helene Fischer und Moderator Florian Silbereisen aussehen? „Silberfische“, meint Moritz frech.

Insgesamt waren es 14 Einzelredner und Paare, die in vier verschiedenen Kategorien antraten. Die vierte Kategorie hat Juryobmann Ewald Blum spontan in Absprache mit VSK-Präsident Strauß ausgerufen. Bei den Akteuren über 16 Jahre wurde zwischen Kalauer- und politischer Reimrede unterschieden. Blum: „Das sind einfach grundverschiedene Disziplinen, die man nicht miteinander vergleichen kann.“

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