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Vorsitzende der Steuergewerkschaft wehrt sich gegen eine SZ-Kolumne

Saarbrücken : Beamte keine „Fuzzis und Feiglinge“

Vorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft wehrt sich gegen eine SZ-Kolumne.

Die Vorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft (DSTG) an der Saar, Julia von Oetinger-Witte, reagierte am Dienstag, 23. Juni, mit einer Pressemitteilung auf die SZ-Kolumne „Neulich vor dem Feiglingsbunker“ (SZ vom 23. Juni). Oetinger-Witte erklärte, es sei grundsätzlich von Vorteil, Fragen zu stellen und Antworten zu suchen. Und gerade in Zeiten von Corona, in denen gewohnte Abläufe verändert werden müssen, komme dies auf alle Bürgerinnen und Bürger zu.

„Daher bedauere ich es“, betonte Oetinger-Witte, „dass es Herrn Ministerialrat Stefan Weszkalnys nicht gelungen ist, bei seiner Recherche auf die Hotline des Finanzamtes Saarbrücken Am Stadtgraben im Internet zu stoßen. Denn bereits seit dem 16. März 2020 bieten die Finanzämter den Steuerpflichtigen an, sich ihre Steuererklärungsformulare, nach einem Anruf, auch nach Hause senden zu lassen. Damit möchten wir gerade älteren Mitbürgern und denen, die auch sonst noch zur Risikogruppe gehören, entgegenkommen.“ Ein Anruf genüge, und die Kolleginnen und Kollegen der Servicecenter erledigten dies. Oetinger-Witte: „Ich finde, dass dies durchaus eine Serviceleistung ist, wenn man den Weg spart, um nur Formulare abzuholen.“

Darüber hinaus hätten die saarländischen Finanzämter gerade während des ,Lockdowns’ hervorragende Arbeit geleistet. Nur leider äußere sich dazu niemand bei der Presse. Allein rund 8000 Stundungsanträge seien zusätzlich aufgrund des Corona-Soforthilfeprogrammes im April und Mai bearbeitet worden. Oetinger-Witte betont: „Dass Beschäftigte der Finanzverwaltung für ihre Arbeit in der Bevölkerung kaum Anerkennung erhalten, daran haben sich alle Kolleginnen und Kollegen gewöhnt. Aber niemand, auch nicht wenn er im öffentlichen Dienst tätig ist, muss sich öffentlich als Fuzzi und Feigling betiteln lassen.“