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Online-Galerie: die Stadt zeigt ihre Kunst
Von Rathaus-Flur und Bürowänden ins Internet

Blick in die Online-Galerie der Stadt Saarbrücken. Auf dem Internet-Portal der Stadt wird städtische Kunst gezeigt – hier ein Werk von Armin Rohr.
Blick in die Online-Galerie der Stadt Saarbrücken. Auf dem Internet-Portal der Stadt wird städtische Kunst gezeigt – hier ein Werk von Armin Rohr. FOTO: Stadt Saarbrücken
Saarbrücken . Seit Jahrzehnten kauft die Stadt Werke hier lebender Künstlerinnen und Künstler an. Nach und nach werden Teile dieses Kunstbesitzes nun in einer Online-Galerie gezeigt. Von Silvia Buss

Um bildende Künstlerinnen und Künstler aus Saarbrücken und der Region zu fördern, kauft die Stadt jedes Jahr einige Kunstwerke an. Die Auswahl trifft traditionell der Kulturdezernent, vornehmlich nach ästhetischen, zuweilen auch nach sozialen Kriterien. 16 980 Euro stehen dafür laut Kulturdezernent Thomas Brück auch im aktuellen Haushalt bereit.



Da die Stadt schon in den 1950er Jahren begann, verstärkt Kunst anzukaufen, kam so ein umfangreicher städtischer Kunstbesitz zusammen. Er umfasst laut Kulturamt um die 1500 Werke, Gemälde, Grafiken, Fotografien und Skulpturen. Die ältesten stammen sogar noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.

Einige neuere Werke aus dem städtischen Kunstschatz kann man sich jetzt im Internet ansehen. Auf dem städtischen Internetportal hat die Verwaltung unter der Adresse: www.saarbruecken.de/kunstbesitz eine virtuelle Galerie eingerichtet. Dort sind 20 Arbeiten von zehn Künstlerinnen und Künstlern, allesamt Ankäufe aus den zurückliegenden fünf Jahren, in Form von digitalen Fotografien, die die Künstler gleich mitlieferten, dokumentiert. Weitere neuere, aber auch ältere Werke, von denen die Stadt erst noch Fotografien anfertigen muss, sollen nach und nach folgen.

Die Idee zu dieser virtuellen Galerie hatten die Grünen im Stadtrat. Vor über einem Jahr brachten sie einen entsprechenden Antrag in den Kulturausschuss ein und zeigten sich in der jüngsten Ausschusssitzung erfreut, „dass die Umsetzung nach langer Entwicklungszeit jetzt geklappt hat“. Ihr Anliegen: Sie wollen damit den Bürgerinnen und Bürgern die städtischen Kunstwerke, die sie mit ihren Steuergeldern ja mitfinanziert hätten, zugänglich machen. Denn von den 1500 Werken können die Steuerzahler nur etwas mehr als 800 selbst in Augenschein nehmen. Ein Teil davon ist als „Kunst im öffentlichen Raum“ im Stadtgebiet aufgestellt. Die anderen kann man im Rathaus, in den Fluren und Mitarbeiterbüros, und in weiteren städtischen Gebäuden zu den Öffnungszeiten besichtigen.

Mangels Platz könne man mehr nicht ausstellen, erklärt Kulturamtsmitarbeiter Rudolf Schmitt. 600 Kunstwerke, meist ältere Anschaffungen, ruhen daher im städtischen Depot. 41 Kunstwerke, Schenkungen der Schröder-Werke und der Edgar Jené-Stiftung, befinden sich laut Schmitt aber auch in der Obhut des Saarlandmuseums.

Wie viel Geld die Kunstwerke im städtischen Besitz wert sind und ob sie im Wert gestiegen sind, weiß die Stadt übrigens nicht. Nur bei Ankäufen lasse man den Wert feststellen, erklärt Kulturamtsleiterin Sylvia Kammer-Emden und nennt ein Beispiel. Etwa wenn ein städtischer Mitarbeiter das Bild in seinem Büro so lieb gewonnen hat, dass er es erwerben will, wenn er in Pension geht.

www.saarbruecken.de/kunstbesitz

Die analoge Galerie: In den Rathaus-Fluren gibt es viel Kunst zu sehen. Hier zwei Werke von  Hans Dahlem (rechts) und Vera Kattler.
Die analoge Galerie: In den Rathaus-Fluren gibt es viel Kunst zu sehen. Hier zwei Werke von Hans Dahlem (rechts) und Vera Kattler. FOTO: Oliver Dietze