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Saarbrücken : Von der Haltestelle sicher in die Schule

Saarbrücken : Von der Haltestelle sicher in die Schule

Stadt startet Projekt für Verkehrssicherheit an vier Standorten. Dafür fallen einige Parkplätze von 7 bis 16 Uhr weg.

Das Verkehrschaos morgens an den Schulen, wenn viele Eltern ihre Kinder direkt vor der Schultür absetzen wollen oder manche auch Bushaltestellen zuparken, soll zumindest an vier Standorten in Saarbrücken bald ein Ende haben. Am 2. Mai werden sogenannte „Elternhaltestellen“ an drei Grundschulen, der Max-Ophüls-Schule in St. Johann, der Arnulfschule in St. Arnual und der Turmschule in Dudweiler sowie am Rotenbühlgymnasium eingerichtet.

An diesen besonderen Haltestellen in der Nähe der Schulen können Eltern ihre Kinder absetzen – aber nicht parken  –  und die restlichen Meter zu Fuß gehen lassen. Das soll ein sicheres Ein- und Aussteigen der Kinder ermöglichen. Von 7 bis 16 Uhr werden diese Parkplätze für die Eltern reserviert, sagt Nadja Bautz vom Stadtplanungsamt. Hier gilt ein eingeschränktes Halteverbot. Außerhalb dieser Zeiten können auch andere dort parken.

Ist das nicht eine sehr lange Zeitspanne? Ab 8 Uhr sind die Kinder generell in der Schule und werden frühestens mittags wieder abgeholt. Nadja Bautz vom Stadtplanungsamt erklärt, die Zeiten könnten nach der Einführungsphase noch eingegrenzt werden. Die Verwaltung warte erstmal ab, ob es Beschwerden von Anwohnern gibt. Außerdem wolle die Stadt die Eltern nicht mit verschiedenen Zeiten auf den Schildern verwirren, sagt Bautz. Die Haltestellen sind gekennzeichnet durch ein Verkehrsschild und ein Zusatzschild „Eltern-Haltestelle. Ab hier zu Fuß zur Schule“. In der Probephase werden Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) an drei Standorten untersuchen, wie gut oder schlecht die Haltestellen von den Eltern angenommen werden. Die Studenten werden an drei Tagen im Mai und noch mal Anfang Juni vor Ort sein. Auch Mitarbeiter des Ordnungsamts sind dabei, sagt Bautz. Sie bittet die Anwohner, die „Elternhaltestellen“ freizuhalten. Werden diese gut angenommen, könnten weitere Schulen folgen. Die Stadt Saarbrücken betritt hier kein Neuland, sondern folgt dem Beispiel anderer Städte in Deutschland. Dort hätten sich die „Elternhaltestellen“ bewährt, erklärt die Verwaltung. In einer Mitteilung zeigt sie Verständnis für die Eltern, weil die Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort oft zunehme, sodass die Kinder zur Schule gefahren werden, und viele Eltern unter Zeitdruck stehen. Aber: „Das ständige Fahren zur Schule oder auch zu Freizeitaktivitäten nimmt den Kindern die Möglichkeit, eine selbstständige Mobilität zu entwickeln“, betont die Verwaltung. Der Schulweg werde so auch für andere Kinder gefährlicher.

Um die Sicherheit auf dem Schulweg zu erhöhen, hat die Stadt eine Kampagne gestartet (die SZ berichtete). Ein erstes Ergebnis sind nun  die „Elternhaltestellen“. Am Rotenbühlgymnasium werden drei direkt am Ilseplatz eingerichtet, an der Turmschule in Dudweiler sind es je zwei in der Saarbrücker Straße und der St. Ingberter Straße, in St. Arnual in der Saargemünder Straße sind es drei und an der Ophüls-Grundschule in der Richard-Wagner-Straße fünf. Insgesamt sind es 15 Parkplätze, die für einige Stunden zu „Haltestellen“ werden. Die Verwaltung habe bereits die Anwohner mit Flyern informiert, sagt Nadja Bautz. Bisher habe sich ein Anwohner gemeldet, der weitere Informationen wünschte. Sie hofft auf weitere Rück­meldungen.