Erinnerungsstücke Vom Klassiker-Mitbringsel bis zum Cremöösche

Saarbrücken · Was Touristen, aber auch Einheimische als Souvenirs in Saarbrücken so alles ergattern.

 Klassiker unter den Mitbringseln: Gläser und Krüge mit Wappen und Wimpeln.

Klassiker unter den Mitbringseln: Gläser und Krüge mit Wappen und Wimpeln.

Foto: Silvia Buss

„Einmal Kohle für 50 Euro, bitte“, sagt die Frau, die während ihrer Mittagspause zielstrebig den Verkaufstresen der Saarbrücker Tourist-Info im Rathaus betritt. Nanu, kommen die Saarländer etwa immer noch nicht vom Bergbau los?

Aber nein doch, stellt Karin Dupré vom City-Marketing klar. Saarbrücker Kohle sei doch der Geschenkgutschein, den man in 150 Saarbrücker Geschäften einlösen könne. Ach so.

Jetzt vor Weihnachten gehe der weg wie warme Semmeln. „Viele Firmen kaufen den für ihre Mitarbeiter“, sagt Dupré. In der Tourist-Info finden Kunden Dinge, die sich als Weihnachtsgeschenke oder Mitbringsel eigneten, wenn Besucher heimwärts ziehen. Doch was kommt bei ihnen besonders an?

Karin Dupré muss nicht lange überlegen. „Cremöösche“, sagt sie, steuert auf das Regal zu und greift zum Crémant-Glas. Unter den rund 60 Produkten der Serie „Made in Saarbrigge“ mit Mundart-Aufdrucken sei das der absolute Renner. „Wir haben es erst dieses Jahr bekommen und schon über 1000 Stück verkauft.“

Hinter dem neuen Glas fürs Prickelgetränk habe der doch so praktische Thermo-Becher mit dem Spruch „Kaffee zum Mitholle“ oft das Nachsehen. Vielleicht, weil der Saarbrücker immer einen Grund findet, zu feiern und anzustoßen? Neben dem Crémant-Glas finden sich im Regal noch über ein Dutzend Gläser für Gerstensaft: Bierseidel, Stiefel, Humpen mit und ohne Deckel in allen Größen. Verziert sind sie jeweils mit Stadtwappen, Ludwigskirche, Schloss und St. Johanner Markt.

Und so etwas altmodisch Rustikales ist wirklich noch gefragt? „Sie müssen unterscheiden zwischen Mundart und Souvenirs“, erklärt Dupré. Diese Souvenirs, wozu neben den Gläsern auch Porzellan-Becher, -Tassen, Salzstreuer, Teller, Fingerhüte und Kaffeelöffel mit dem traditionellen Wappen gehören, seien vor allem bei Touristen aus dem Ausland beliebt. Gerade Spanier, Südamerikaner, Osteuropäer und Asiaten nähmen sie gern mit – nicht um sie zu benutzen, sondern als Sammlerstücke. Wie auf Bestellung kommt jetzt ein französisches Paar herein und kauft einen Porzellan-Fingerhut.

„Franzosen sammeln gern ganz kleine Dinge, die nicht viel Platz brauchen“, erklärt die Kundin aus Forbach, die das Teil einer Freundin schenken will. Vielleicht sammelten Franzosen ja eher Fingerhüte als Gläser, weil sie kulturell mehr Bezug zum Nähen, zur Haute Couture hätten, vermutet sie.

Zu den begehrtesten Sammlerstücken für Touristen gehören nach Duprés Angaben auch Kühlschrankmagnete, die es wahlweise mit Ansichtskartenmotiven und mit Mundartsprüchen gibt. Sogar eine Weihnachstskugel hat die Tourist-Info im Angebot. Souvenirs mit Mundart-Aufdrucken kauften in erster Linie Einheimische, sagt Dupré. Oder auch Exil-Saarbrücker, die fern der Heimat leben. Wie jener Deutschlehrer in Thailand. Der Mann habe hinterher sogar ein Foto von seiner kleinen Tochter im rosafarbenen T-Shirt mit „Prinzessje“-Aufdruck geschickt.

Wer entwirft eigentlich all die T-Shirts, Becher, Kochlöffel, Eisschaber, Schlüsselanhänger mit Sprüchen im Dialekt? „Meist sind wir das, so vier, fünf Leute beim City-Marketing“, berichtet Dupré. Einer habe einen Spruch auf den Lippen wie „Um 12 gebbd gess“ und komme auf die Idee, den auf eine Wanduhr zu drucken. Und weil der Saarländer immer gern isst, hat die Uhr dann auf dem Ziffernblatt lauter Zwölfer-Zahlen.

Die Umsetzung übernehme dann eine Marketing-Agentur. Ab und zu starte die Stadt dazu einen Aufruf via Facebook, bei dem Internet-User abstimmen können. „So kam es dann zum Beispiel zu dem T-Shirt-Aufdruck ‚Froo mei Fraa’ “, ergänzt Dupré.

Noch Fragen, wer in Saarbrücken das Sagen hat?

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