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Volker Herrmann beendet nach 51 Jahren Aktiven-Zeit bei der Feuerwehr

Serie Menschen im Regionalverband : Ein Vorbild lebt für die Feuerwehr

Volker Herrmann widmet schon 51 Jahre einem unverzichtbaren Ehrenamt und fand dabei seine zweite Familie.

„Einmal Feuerwehrmann, immer Feuerwehrmann“, sagt Volker Herrmann. Ob Brände, Unfälle, medizinische Rettungseinsätze oder Hochwasser: Wann immer Derartiges passiert, hilft die Feuerwehr. Doch wer sind die Männer unter dem Helm und hinter der Atemschutzmaske? Einer von ihnen ist Volker Herrmann.

Der 65-jährige Saarbrücker diente 51 Jahre lang in der freiwilligen Feuerwehr. „Mit 14 Jahren kam ich zum Löschbezirk Malstatt-Burbach. Damals gingen meine Freunde und ich gemeinsam hin und schauten uns das Ganze mal an. Schnell merkte ich, dass es genau das ist, was mir Spaß macht, und so blieb ich am Ball“, erzählt der langjährige Feuerwehrmann stolz.

Früher sei einiges anders gewesen. Das gelte zum Beispiel für die Ausstattung. „Von den heutigen Atemschutzmasken konnten wir in den siebziger Jahren nur träumen“, sagt der 65-jährige.

Aus seinem engeren Familienkreis sei er der einzige Feuerwehrmann. „Meine Kinder haben sich nie für die Feuerwehr interessiert, genauso meine Eltern. Mein Enkelsohn Leonas ist fünf Jahre alt. Er kommt ab und zu mal mit und findet so ein Feuerwehrauto spannend wie wahrscheinlich alle Kinder in dem Alter“, sagt Herrmann.

Die Kameradschaft sei ihm in den letzten 51 Jahren besonders wichtig gewesen: Er habe im Löschbezirk Malstatt-Burbach Freunde fürs Leben gefunden. „Man vertraut sich gegenseitig das eigene Leben an. So ein Einsatz kann echt hart werden. Der Löschbezirk und seine Mitglieder sind meine zweite Familie“, sagt Herrmann dankbar.

Volker Herrmann war in den letzten Jahren seines unverzichtbaren Ehrenamtes stellvertretender Löschbezirksführer. Jetzt setzt sein Alter diesem Engagement für die Allgemeinheit ein Ende.

Herrmann erläutert: „Mit 65 Jahren scheidet man bei der Feuerwehr automatisch aus. Da gibt es genaue Regeln. Ich werde der Feuerwehr mein Leben lang treu bleiben und weiterhin helfen, wo ich kann und darf,“, erzählt der Saarbrücker. Hauptberuflich sei er als Dienstleister im Handwerkerservice tätig, doch die freiwillige Feuerwehr beanspruche viel Zeit. Circa zehn Stunden verbrachte er im Durchschnitt täglich mit der Organisation oder anderen Tätigkeiten bei der Feuerwehr, wofür er 2018 mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz ausgezeichnet wurde. „Ich erinnere mich an meinen allerersten Einsatz. Damals brannte eine Müllkippe zwischen Altenkessel und Riegelsberg. Es war so ein heißer Tag wie heute, ein sehr anstrengender erster Einsatz, doch wir alle haben es gut gemeistert“, sagt Herrmann. Der Feuerwehr-Ruheständler erinnert sich an alte Geschichten, als wäre es gestern gewesen. Im Herzen wird er immer Feuerwehrmann bleiben, egal, wie alt er sein wird.