| 20:56 Uhr

Hip-Hop-Tanz
Zwei Siegertypen auf der Tanzfläche

Hip-Hop-Tänzer und Tanzlehrer Marco Marian mit seinem Schüler Artur Federov hinter ihren Siegerpokalen.
Hip-Hop-Tänzer und Tanzlehrer Marco Marian mit seinem Schüler Artur Federov hinter ihren Siegerpokalen.
Völklingen. Marco Marian gehört zur Europa-Elite im Hip-Hop-Tanz. Einer seiner Schüler ist schon mit sechs Jahren hochdekoriert. Von Jonas Grethel

Hörbar erkältet meldet sich Marco Marian am Telefon. „Ich bin im Moment noch etwas angeschlagen – bis Freitag muss ich fit werden“, sagt der 29-Jährige, der in dieser Woche noch viel vorhat. Denn wenn im schottischen Glasgow die „UDO World Street Dance Championships“ – so etwas wie die Weltmeisterschaft im Hip Hop – starten, will der Völklinger nicht mit leeren Händen zurückkommen. „Im Solo wird es schwierig – man weiß noch nicht, wer teilnimmt“, sagt Marian zwar: „Aber mit meiner Crew aus Bad Kreuznach ist schon was drin. Der Weltmeister-Titel wäre natürlich ein Traum und ich denke, dass er machbar ist.“


Marian hat also gleich mehrere Chancen auf eine WM-Medaille – eher kleine im Solo-Tanz, dafür umso größere mit seiner Gruppe „Own Risk“ sowie als Trainer des erst sechsjährigen Artur Federov. „Der Kleine“, wie sein Trainer ihn nennt, hat für sein Alter bereits einiges an Erfolgen aufzuweisen – einen westdeutschen Meistertitel, eine deutsche Vize-Meisterschaft sowie Platz drei bei der Europameisterschaft. Das nächste Ziel ist jetzt ein Podestplatz in Glasgow. „Das wäre für mich genauso schön wie ein eigener Titel“, sagt Marian: „Durch Erfolge meines Schülers sehe ich mich natürlich immer auch als Trainer bestätigt. Und wenn man sieht, dass die Kleinen Titel gewinnen, macht einen das unfassbar stolz, das ist ein Hammer-Gefühl. Bei der EM hatte ich schon ein paar Tränen in den Augen.“

Seit 14 Jahren ist Marian Trainer – anfangs in der Tanzschule TSC Royal Völklingen, mittlerweile mit seiner eigenen Tanzschule in Völklingen. „Zuerst hatte ich das nebenberuflich gemacht, habe dann aber schnell gemerkt, dass ich mehr will“, sagt Marian: „Ich wollte mein eigener Chef sein, etwas Eigenes aufbauen und habe deshalb vor zwei Jahren meine Firma gegründet.“ Die benannte er nach seinem eigenen Spitznamen – Marcotwist. „Twist wie drehen – ich drehe mich beim Tanzen viel, da hat das gepasst“, sagt Marian, der jetzt hauptberuflich Tanzlehrer ist.



Selbst tanzt er auch noch in allen möglichen Disziplinen. Standard und Latein, Ballett, Jazz und Modern Dance, Karnevalistischer Tanz – es gibt wenig, das Marian noch nicht probiert hat. „Mittlerweile konzentriere ich mich aber auf den Hip Hop – da ist für mich der größte Reiz“, sagt der Vize-Europameister der Kategorie „Team over 18 advanced“. Den Titel fuhr er vor gut einem Monat in Kalkar ein – trotz ungünstiger Vorzeichen. „Einer von uns Tänzern war verletzt – wir wussten nicht, was wir machen sollten, haben dann den direkten Einzug ins Finale verpasst und mussten am Tag drauf noch mal antreten“, sagt Marian, dessen Mannschaft den Titel zum eigenen Erstaunen dann aber doch noch einfuhr.

Jetzt steht für Marian und den kleinen Artur die WM in Glasgow auf dem Plan – danach soll es in der eigenen Tanzschule noch professioneller werden. „Ich will mit neuen Gruppen arbeiten, bei mehr Meisterschaften mitmachen – einfach viel entwickeln und es an die Kleinen weitergeben.“ Ein WM-Titel würde bei dem Vorhaben bestimmt nicht schaden.