Zwölfte Boogie-Nacht des Tanzsportclubs (TSC) „Die Boogies Völklingen"

Boogie-Nacht : In Ludweiler gab’s was gegen Herbstblues

Der November gehört nicht gerade zu den Gute-Laune-Monaten. Da ist jede Möglichkeit willkommen, der Seele Lichtblicke zu verschaffen.

„Be-bop-a-lula“ hilft, wenn die Seele wegen der Herbstdepression den Blues hat. „Gegen diese Novembertristesse gibt’s nur eins, den Boogie halt“, sagte Clément Artur Vigneron am Samstagnacht in der Warndthalle Ludweiler. Mit seiner Tanzpartnerin und Ehefrau Christelle erlebte der Luxemburger mit schätzungsweise 400 weiteren Gästen die zwölfte Boogie-Woogie-Nacht des Tanzsportclubs (TSC) „Die Boogies Völklingen.“

„Mir hanns druff“ stand auf den Shirts der freiwilligen Helfer. Alle im Saal, ob nun 18 oder 70 Jahre alt, einte die Freude am schweißtreibenden Tanz, an der Geselligkeit und daran, auf dem Parkett gut auszusehen. Die Frauen trugen durch die Bank Petticoats plus fantasievolle Überröcke, hatten sich die wieder trendigen Frisuren der Wirtschaftswunderzeit machen lassen und kräftige Farben aufgetragen. Sei es beim Schmuck oder beim Make-up. Bei den Mannsleuten entschieden Schlaghose, zweifarbig gelacktes Schuhwerk, Hosenträger, Fliege und, nicht zu vergessen, das selbst gefaltete Einstecktuch, ob der Gentleman in der ersten oder halt nur in einer unteren Liga spielt.

Die Boogies Völklingen hatten ein Parkett in die Halle gebracht. Die Musik, „von Hand zu Fuß“ gemacht, präsentierte die Band „The Jailhouse Gang“ um die Frontfrau Queen Esther. Musiker, die den Sound der Goldenen Fünfziger zu hundert Prozent konserviert haben. Schnelle Rhythmen von Elvis, Jerry Lee Lewis, Casey Jones ... es war unmöglich, dabei nicht  gut gelaunt zu sein.

1938 sollen bei einem Boogie-Konzert in der New Yorker Carnegiehall Tänzer sogar übermütig in die Kronleuchter geklettert sein. Soweit kam es am Samstag in der Warndthalle natürlich nicht – mangels Kronleuchter. Die Stimmung war auch so ausgelassen, keine Sekunde blieb die Tanzfläche leer. Gespannt betrachtet wurden die Gastauftritte der drei renommierten Trainerpaare. Sie hatten vor der Boogie-Nacht ein ganztägiges Seminar angeboten.

Gaby Westermann von der TSG wollte unbedingt rüberbringen, worum es im Wesentlichen bei diesem temporeichen Tanzsport geht. „Um Spaß, Freude, Authentizität.“ Sie erklärte Figuren wie „Lasso“, „Teller“, „Damen- und Herrentaucher“ und „Schiebetür“ sowie die vorgesehenen Hand- und Platzwechsel.

Mit der im Saal allgegenwärtigen Vereinschefin Carmen Tölke freute Westermann sich über den guten Besuch und die zum Mitmachen bereiten Gäste. Die waren aus ganz Südwestdeutschland gekommen, wie die Autokennzeichen zeigten.

Etliche übernachteten sogar im Wohnmobil. Westermann: „Dazu haben wir wie eigentlich jedes Jahr eine starke frankophone Fraktion aus Lothringen und Luxemburg sowie unsere Rock ’n’ Roll-Freunde aus den Szenelokalen Café Stormwind in Ensdorf, Goldener Drache in Neunkirchen und San Marco in Dillingen.“  Die wollten das Tanzvergnügen so lange wie möglich genießen. Noch weit nach Mitternacht und bis zum Lied „Wer hat an der Uhr gedreht?“ gehörte die Warndthalle Ludweiler den Petticoatladys und ihren coolen Boys.

www.dieboogies.de

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