Zwei Telefone, ständig griffbereit

Zwei Telefone, ständig griffbereit

Zwischen den Jahren dürfen sich die meisten Menschen in unserer Region gemütlich zurücklehnen. Aber einige müssen arbeiten. In der Serie „Unterwegs mit . . .“ begleiten wir sie. Heute sprechen wir mit Hans Ronck, Hausmeister- und Sicherheitsdienst.

Grillen unterm Weihnachtsbaum? An Heiligabend schwenken? "Kein Problem", sagt Hans Ronck und deutet vom Wohnzimmer hinaus auf den überdachten Balkon, "das machen wir hier immer so, bei jedem Wetter." Hier, das ist das mehrstöckige Haus in Geislautern Am Schulberg 14, dem Sitz des Familienunternehmens Ronck Hausmeister- und Security-Service. Mit am Tisch sitzt Roncks Ehefrau Ursula, die sich um Termine und Buchhaltung kümmert, sowie Tochter Alexandra Ronck-Müller, verheiratet und Mutter einer Tochter, zuständig für die Sparte Hausmeisterdienst.

Gerne dabei in der Runde wären auch zwei mittelgroße Hunde, denen aber erklärt wurde, dass die Leute von der Zeitung liebe Menschen sind und dass die auch keine Stöckchen, sondern nur Buchstaben werfen. Jetzt sind sie sie leise knurrend im Nebenzimmer im Bereitschaftsdienst.

Zwei Telefone liegen auf dem Tisch. "Wir müssen ständig einsatzbereit sein", sagt Ronck. Auch nachts? "Auch nachts", sagt er. Auch an Feiertagen? "Auch an Feiertagen." Auch wenn man sich gerade zum Frühstück hinsetzt? "Immer", sagt er lachend, "denn Notsituationen halten sich nicht an bestimmte Zeiten." Da kann ein Aufzug stecken bleiben. Oder es hat sich jemand ausgesperrt. Oder verdächtige Gestalten werden von Häusern gemeldet, deren Überwachung Ronck übernommen hat. "Unser Einsatzgebiet reicht von Dillingen bis Brebach", berichtet Ronck, "und gerade an Weihnachten hatten wir schon immer mehrere Einsätze."

Auch diesmal an Heiligabend : Zuerst ein Fehlalarm in einer Bank, später von einer überwachten Immobilie. Dann, vier Minuten nach Mitternacht, schrillte erneut das Notruftelefon: Im Altenheim steckte ein Pfleger im Aufzug fest. "Ich war gerade eingeschlafen", sagt Ronck, "aber das ist egal, denn wenn ein Mensch in Not ist, muss ihm geholfen werde." Eher amüsant war ein anderer Notruf aus einem blockierten Aufzug: Wie immer rief Ronck vor Ort der eingeschlossenen Person beruhigende Worte zu, bekam aber keine Antwort. Ist der Mensch bewusstlos? Womöglich Herzinfarkt? Ronck eilte in den Aufzugsraum, schaltete den Strom aus, bewegte von Hand den Aufzug zur nächsten Etage, lief hinauf und drückte die Tür auf. "Da saß eine Frau seelenruhig auf dem Boden und machte ihre Yoga-Übung, und dann sagte sie mir, man müsse sich immer um Gelassenheit bemühen." Ein anderer Fall: Nach einem Einsatz gemeinsam mit der Polizei waren an Roncks Wagen und am Polizeiauto Knöllchen befestigt, die aber später annulliert wurden. "Aber erheiternde Erlebnisse sind eher selten", sagt er, "oft sind Menschen in echter Not, und hinterher sprechen wir über die Einsätze, um sie seelisch zu verarbeiten."

Vor rund 20 Jahren hat der heute 63-Jährige das Unternehmen, zu dem heute ein Team von acht Mitarbeitern gehört, gegründet - eher durch Zufall. Er war Energieanlagenelektroniker, wurde arbeitslos und sah im Wartezimmer des Arbeitsamtes eine Broschüre zum Thema berufliche Selbstständigkeit. Spontan entschloss er sich zu einem Hausmeisterservice, ein Jahr später auch zu einem Sicherheitsdienst. "Ich hatte mit Null angefangen", berichtet er, "dann aber erfolgreich die Ausbildungen bei der IHK absolviert und auch den Waffenschein erworben, denn zu manchen Einsätzen nehme ich eine Waffe mit."

In der Silvesternacht wird im Hause Ronck natürlich auch wieder geschwenkt, selbstverständlich nur mit alkoholfreien Getränken. "Und ich bin sicher, nach Mitternacht geht mein Telefon", sagt er, "denn so mancher wird draußen feiern und dann feststellen, dass er zwar die Böller, nicht aber seine Haustürschlüssel mitgenommen hat."