Zwei Säle mit, einer ohne

Im Saarbrücker Amtsgericht wird jetzt ohne Kruzifixe an den Wänden Recht gesprochen (die SZ berichtete). In Völklingen ist das schon seit 2014 möglich – jedenfalls in einem von drei Verhandlungssälen.

Im Amtsgericht Völklingen werden in den Verhandlungssälen keine Kruzifixe abgehängt. Das hat die Amtsgerichtsdirektorin und Richterin Birgit Sieren-Kretzer auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung erklärt. Anlass zum Nachfragen war ein Beschluss des Amtsgerichtspräsidenten in Saarbrücken, der in seinem Zuständigkeitsbereich alle Kruzifixe in den Sälen entfernen ließ (die SZ berichtete). "Das Amtsgericht Völklingen untersteht dem Präsidenten des Landgerichts", sagte Sieren-Kretzer. Daher sei der Beschluss aus Saarbrücken nicht für das Völklinger Gericht gültig. Einen gleichlautenden Beschluss des Landgerichts gebe es nicht.

Hier gelte vielmehr eine seit 2014 bestehende Regelung, dass die Behördenleiter selbst bestimmen könnten, wie sie die Frage mit den Kruzifixen handhaben wollen. In Völklingen habe das Amtsgericht drei Säle für Verhandlungen, in zweien hängen Kruzifixe , der dritte Saal ist religiös neutral gehalten. Damit könne man Wünschen der Parteien, auch ohne Abbild Jesu Christi zu verhandeln, jederzeit entsprechen. "Das wird in Völklingen so bleiben, mir ist nichts anderes bekannt", sagte die Gerichts-Direktorin. Aktuelle Fotos gestattete sie nicht.