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Zwei Lauterbacher unterstützen die Kindertagesstätte

Spende von insgesamt 760 Euro : Zwei Lauterbacher unterstützen die Kita

Mit starken Aktionen haben Hartmut Fey und Annelie Peters während der Corona-Krise Geld für den Nachwuchs gesammelt.

Hartmut Fey (68) und Annelie Peters (65) aus Lauterbach haben am Mittwoch den deutsch-französischen Kindergarten in dem Völklinger Stadtteil mit 760 Euro unterstützt. Das Geld haben sie bei zwei ungewöhnlichen Spendenaktionen gesammelt.

Mit einem grenzüberschreitenden Einkauf war Hartmut Fey im April weltbekannt geworden. Während der Spendenübergabe im Kindergarten erzählte er die Geschichte: Am Ostersamstag wollte er in seiner Stammbäckerei im benachbarten Carling einkaufen. An der geschlossenen Grenze stoppte ihn die Bundespolizei. Auch Fußgänger dürften nicht durch, hätten ihm die Beamten erklärt. Fey musste den Rückzug antreten. Doch am nächsten Tag kam er wieder. Mit seiner Angelrute überwand er die Barriere. Die Tasche, die am Haken hing, wurde auf der anderen Seite der Absperrung von der französischen Bäckereiverkäuferin mit Baguettes gefüllt. Telefonisch hatten sich die beiden an der Grenze verabredet.

Die Aktion wurde gefilmt, das Video ins Internet gestellt. Dort blieb es nicht lange unentdeckt. Auch die Redakteure der Agence France Presse (AFP) wurden aufmerksam. Noch am selben Nachmittag interviewten sie Fey an der Grenze. Die französische Presseagentur schickte die Geschichte in die ganze Welt. Sogar Journalisten aus China, Thailand und den USA interessierten sich für den Baguette-Angler aus dem saarländischen Lauterbach. Mit der Aktion wollte Hartmut Fey auf humorvolle Weise gegen die Grenzschließung protestieren.

Am Ostermontag bestellte er sogar 100 französische Baguettes und verteilte sie gegen eine Spende an die Dorfbewohner. Innerhalb von zwei Stunden war alles weg, 360 Euro kamen zusammen.

Eine Spende von 400 Euro überreichte Annelie Peters, die Frau des Ortsvorstehers. Sie hat 250 Schutzmasken genäht. Etwa 30 Minuten arbeitete sie an einem Exemplar. Nach Abnehmern im Ort musste sie nicht lange suchen. 100 Masken stellte Peters der Warndt-Apotheke zur Verfügung. Gegen eine Spende wurden sie dort ausgegeben. Die Nachfrage der Kunden war groß, es gab sogar eine Warteliste.

Hartmut Fey und Annelie Peters sind froh, dass die Grenze wieder offen ist. Und auch im städtischen Kindergarten ist man erleichtert. Hier wird die grenzüberschreitende Freundschaft täglich gelebt. Etwa zehn französische Kinder werden zurzeit in der Fröbelstraße betreut, drei französische Muttersprachlerinnen gehören zum Team. Mit dem Spendengeld wollen die Erzieherinnen nun Spielmaterialien fürs Kita-Gelände kaufen.