Zusammenrücken heißt das Ziel

Es soll den Zusammenhalt im Viertel stärken, Menschen in Kontakt bringen und andere Kulturen näher bringen: Nach einer dreijährigen Pause fand wieder ein Stadtteilfest statt, allerdings an anderem Standort. Die Party wechselte von der Bergstraße in der City an das Diakoniekaufhaus im Nordring.

Nachdem sich der Regen vom Morgen verzogen hat, strahlen die Organisatoren am Samstagnachmittag mit der Sonne um die Wette. Nach dreijähriger Pausen wird wieder ein Stadtteilfest gefeiert.

Das Stadtteilforum Innenstadt und das Diakoniekaufhaus haben eingeladen. Zur offiziellen Begrüßung gibt es Live-Musik. Die Percussionisten der "Malstatter Werkstatt-Rhythmen" klopfen auf alles, was ihnen zwischen die Finger kommt.

Von der Mülltonne über die Blechdose bis zur alten Schublade. Nachdem die Musiker die Besucher zusammengetrommelt haben, stehen die Reden auf dem Programm. Hausherrin Bärbel Heil-Trapp stellt die Einrichtung des Diakonischen Werkes am Nordring vor, Völklingens Ortsvorsteherin Monika Roth wünscht den Besuchern einen schönen Tag und der Veranstaltung viel Erfolg.

Bei den früheren Fest-Auflagen traf man sich an der Grundschule Bergstraße, jetzt wird erstmals rund ums Diakoniekaufhaus gefeiert.

"Mir gefällt es hier persönlich sehr gut", sagt Stadtteilmanagerin Anke Klein-Brauer. Die Gäste fühlen sich ebenfalls wohl. Sie begrüßen sich mit Handschlag, Küsschen oder einer herzlichen Umarmung.

Man trifft alte Freunde und knüpft neue Kontakte. Als das Publikum von der Percussion-Formation lautstark eine Zugabe fordert, stutzt eine Migrantin. Was ist eine Zugabe? Ihre freundliche Nachbarin klärt sie auf.

Auch Fragen zu den kulinarischen Köstlichkeiten werden gerne beantwortet. Viele türkische Gerichte stehen auf der Speisekarte. Teigtaschen und das bei vielen beliebte Joghurtgetränk Ayran hat die Moscheegemeinde Moltkestraße im Angebot. Und beim Frauenkulturverein Violen gibt es Mokka und die süße Spezialität Künefe. Alternativ brutzeln die Förderer der Röchling-Fußballer leckere Rostwürste.

An den Infoständen erfahren die Besucher, was im Quartier gerade los ist. Sie können sich über Suchtkrankheiten , Kinderbetreuungsmöglichkeiten und ein Sportangebot für muslimische Frauen informieren.

Dem Nachwuchs wird unterdessen nicht langweilig. Die Kinder fahren Einrad, jonglieren bei der Zirkusschule, basteln Schmuck, stehen an bei der Buttonmaschine. Oder sie lassen sich phantasievoll schminken.

Wie gefällt das Ergebnis? "Toll!", ruft eine begeisterte Eiskönigin. Ein Junge amüsiert sich ebenfalls prächtig. "Mama, gehen wir morgen wieder hierher?". Wohl kaum, die Party dauert nur einen Nachmittag. Und bis zur nächsten Auflage wird sich der junge Besucher noch etwas gedulden müssen.

Alle zwei Jahre, sagt Organisatorin Anke Klein-Brauer, soll das Stadtteilfest zukünftig über die Bühne gehen.

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