Zeitreise in die Petticoat-Epoche

Wo die Band The Alligators auftaucht und authentischen Rock'n' Roll zum Besten gibt, zieht es in der Regel die Gäste auf die Tanzfläche. Das war auch wieder so, als die fünf Jungs auf Einladung des Lauterbacher Kulturvereins Plopp am Sonntag auf dem Sportplatz Weinbrunn spielten.

Einen Tag später war dann Party im Schillerpark (wir berichteten bereits).

Der Auftritt in Lauterbach begann zunächst ungewohnt brav für Gitarrist Jürgen Kiefer, Sänger Bernd Gries, Bassist Carlo Friedrich, Schlagzeuger Christian Meissner und Saxofonist Bernd Ruffing: unter dem Zeltdach, das vor eventuellem Regen schützen sollte. Vor dem Zelt tanzten die Fans der Wirtschaftswunderzeit, davon viele Damen ganz zeitgemäß im damals beliebten Petticoat. Und selbst zum langsamen "Oh Diana" hielten sie die Füße nicht still, fielen einfach in einen gemächlicheren Fox.

Die Alligatoren kamen inzwischen zögerlich aus dem Zelt. Sänger Bernd sang "Devil in disguise" mit bangem Blick nach oben, aber fester Stimme unter wolkenverhangenen Himmel. Klatschend gab er den Takt vor. Seine Zuhörer stimmten dazu gerne ein. Dann waren es Gitarrist Jürgen und Saxofonist Bernd, die es ins Publikum zog. Beide stiegen auf einen Biertisch, wo sie sich zu "Jump, jive and wail" ein musikalisches Duell lieferten. Als die Alligators dann mit Bill Haleys "Rock around the clock" an der Uhr drehten, waren sie und ihr tanzbegeistertes Publikum gut 60 Jahre in der Zeit zurück gereist.

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