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Völklinger Bau-Pluspunkte
Womit Völklingen punkten könnte

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte und die Stadt wollen gemeinsame Sache machen bei touristischen Angeboten. Wie wäre es, wenn sie sich dafür die Bauten der Stadt genauer ansähen? Und es müssen dabei nicht nur die historischen Denkmäler sein.

Vor längerer Zeit hat Völklingens Stadtrat mal leidenschaftlich darüber diskutiert, wie man das Weltkulturerbe Völklinger Hütte denn besser als bisher fruchtbar machen könnte für die Stadt. Bisher ist es damit nicht allzu weit her – die Hütten-Gäste rollen meistens per Bus oder per Auto an, stellen ihr Gefährt auf dem großen Parkplatz ab, absolvieren ihre Besichtigung und steigen wieder ein, ohne einen Fuß in die Stadt gesetzt zu haben. Die Bahn-Unterführung in der Rathausstraße verrät ja auf den ersten Blick auch keinem Ortsfremden, ob sich hinter ihr Sehenswertes verbirgt oder nicht.


Ein dickes Schild am Weltkulturerbe aufstellen, das auf Innenstadt-Sehenswürdigkeiten hinweist, lautete seinerzeit ein Vorschlag. Damit die Leute dann durch den Tunnel marschieren, um Altes Rathaus, Eligius- und Versöhnungskirche zu entdecken. So richtig prickelnd wäre das aber kaum: Ein Test-Spaziergang brachte allerlei – nun ja – nicht ganz so Sehenswertes auf dem Weg in die Stadt ans Licht.

Aber nun soll es um Führungen gehen. Und da könnte es interessant werden. Die Stadt hat so manchen reizvollen Jugendstil-Bau zu bieten. Und – der „Tag der Architektur“ am vorigen Wochenende hat’s gelehrt – moderne Bauten von sehr hoher Qualität.



Eine Architektur-Führung durch Völklingens gebaute Moderne könnte direkt am Weltkulturerbe beginnen. Der Völklinger Platz, vor Jahren als ehrgeiziges Hütten- und Stadteingangs-Projekt gebaut, ist nach wie vor ein Musterbeispiel für ästhetisch anspruchsvolles zeitgenössisches Bauen mit hohem (Multi-)Funktions-Potenzial – die Stadt, der er gehört, müsste sich nur mal aufraffen, ihn endlich regelmäßig zu pflegen und vor allem zu nutzen.

Heimlich, still und leise sind in den letzten Jahren weitere vorzügliche Bauten hinzugekommen. Das reicht vom städtischen Kindergarten am Leh über die Gemeinschaftsschulen in der Heinestraße bis zum neuen Fürstenhausener Dorfplatz. Mit diesem Pfund könnte die Stadt wuchern – wenn denn jemand kreative Ideen hätte, wie sich’s  für Fremde gut vorzeigen lässt.