Wolfsbarsch? . . . Helau!!!

SZ-Redakteur Bernhard Geber macht sich Gedanken über Stadtwerke und Karnevalisten.

Da tun sich zwei ganz verschiedene Welten in Völklingen auf. Stadtrats- und Aufsichtsratsmitglieder kämpfen Tag für Tag in stundenlangen Sitzungen um die Rettung der Stadtwerke . Und am Wochenende starten die Karnevalsvereine bereits ihre ersten Kappensitzungen.


Viele brennen auf aktuelle Informationen über die Stadtwerke . Oberbürgermeister Klaus Lorig bevorzugt derweil die heitere Seite des Lebens. In seiner Wochenkolumne in einem Anzeigenblatt konzentriert er sich auf die Fastnacht. Er lobt nachdrücklich die Vereine, vor denen er nicht nur den Hut, sondern sogar "die Narrenkappe" zieht. Wobei er auch die "Brattler" aufführt. Er meint damit die Geislauterner Karnevalsgesellschaft, die allerdings schon seit 33 Jahren "Braddler" (wie "braddeln") heißt. Peinlich, aber nichts grundlegend Neues: Bei einem Fischzucht-Kredit soll man ja sogar schon Euro mit Fränkli verwechselt haben.

"Jede Narretei muss generalstabsmäßig vorbereitet sein", lobt Lorig die Karnevalisten. Dank ihrer vereinten Kräfte gibt es sogar wieder einen Rathaussturm. Da könnte man den Oberbürgermeister nach der Gefangennahme ja zur Strafe 100-mal das Wort "Braddler" auf eine große Tafel schreiben lassen. Und seine Reaktion auf den Zuruf "Wolfsbarsch!" testen. Nach Ludweiler Brauch wäre ein kräftiges ". . . Helau!" fällig.

Lorig hat in seiner Kolumne bekräftigt: "Wir bleiben eine der großen Narrenhochburgen im Land." Womit er aber garantiert nicht die Fischzucht meint.