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Völklinger Handballer starten in Oberliga-Saison: Wo steht die HSG nach dem Umbruch?

Völklinger Handballer starten in Oberliga-Saison : Wo steht die HSG nach dem Umbruch?

Der Handball-Oberligist Völklingen startet morgen um 20 Uhr mit einem Heimspiel in die Saison. Zum Auftakt geht es für die junge Mannschaft von Trainer Berthold Kreuser gegen den Drittliga-Absteiger SV 64 Zweibrücken.

Für die HSG Völklingen beginnt die Saison in der Handball-Oberliga mit einem Kracherspiel. Morgen empfängt sie um 20 Uhr Drittliga-Absteiger und Meisterschaftsfavorit SV 64 Zweibrücken in der Hermann-Neuberger-Halle. „Zweibrücken ist neben der VTV Mundenheim und der HSG Worms die stärkste Mannschaft in der Klasse“, sagt HSG-Trainer Berthold Kreuser. Er ergänzt: „Ich sehe in jedem Spiel eine Chance. Meine Mannschaft brennt auf das Spiel. Hinterher wissen wir in jedem Fall, wo wo stehen.“

Dass man den Leistungsstand bei der HSG Völklingen nicht so recht einzuschätzen vermag, liegt daran, dass der Kader einem Umbruch unterzogen wurde. Fünf Spieler haben den Verein verlassen, sechs sind gekommen. „Das ist eine halbe Mannschaft, die wir tauschen mussten. Wir haben uns lange Gedanken gemacht, welche Spieler zu uns passen. Aber die Frage, wie die Integration klappt, wie schnell die Mannschaft zusammenfindet, war die große Unbekannte. Bis jetzt bin ich von der Entwicklung positiv überrascht“, erklärt Kreuser.

Torhüter Andrej Kessler, Rechtsaußen Marius Merziger und Rückraumspieler Christian Jung sind vom Oberliga-Absteiger HSV Merzig-Hilbringen gekommen. Außerdem haben sich Rückraumspieler Jörn Montag von Saarlandliga-Absteiger HSG Dudweiler-Fischbach und Torwart Matthias Reuber von Saarlandligist HSG TVA/ATSV Saarbrücken dem Oberligisten angeschlossen. Neu ist auch Lars Walz, der im linken und rechten Rückraum eingesetzt werden kann. Der 18-Jährige gehörte vergangene Saison zum Zweitliga-Kader der HG Saarlouis, wurde aber überwiegend bei der zweiten Mannschaft in der Saarlandliga eingesetzt. „Lars ist für uns ein Glücksgriff, zumal er ein richtiger Völklinger ist. Er kommt aus Fürstenhausen“, sagt Kreuser.

In den Testspielen zeigte die neu formierte Mannschaft ansprechende Leistungen. Gegen den luxemburgischen Meister und IHF-Pokal-Teilnehmer HB Esch gewann Völklingen mit 29:20. Gegen den luxemburgischen Erstligisten Red Boys Differdange folgte ein 29:27-Sieg. „Esch ist nicht in Bestbesetzung angetreten. Das war nicht die gleiche Mannschaft, die in der Vorbereitung die HG Saarlouis geschlagen hat. Aber Differdange war komplett. Das war unser bestes Spiel der Vorbereitung“, lobt Kreuser. Seine Mannschaft gewann auch gegen die Saarlandligisten HSG TVA/ATSV Saarbrücken (35:23) und den TuS Brotdorf (27:23).

Die Tests verliefen erfolgreich, in den Pflichtspielen müssen sich die Völklinger beweisen. Die Mannschaft um Walz und die Nachwuchsspieler Tom Ihl und Laurin Poro (beide Jahrgang 2000) ist im Schnitt wenig älter als 22 Jahre. „Wir hätten auf gestandene Spieler setzten können. Dann würde sich der Erfolg vielleicht schneller einstellen. Aber die Arbeit mit dem Nachwuchs ist für die HSG der richtige Weg. Auch wenn das heißt, dass man den Jungs ein bisschen mehr erklären muss“, sagt Kreuser. Er hat mit seinem Kader in der Vorbereitung eine offensivere Abwehrvariante und schnellere Angriffszüge einstudiert. „Eine flotte Spielanlage passt zu der Mannschaft. Wir sind schneller als letzte Saison“, sagt der Trainer.

Ob Völklingen eine sorgenfreie Runde spielen kann, hängt davon ab, ob der Abgang von Niklas Eberhardt kompensiert werden kann. Er warf vergangene Saison 206 Tore – mehr als ein Viertel der HSG-Treffer. „Die Mannschaft muss die Lücke im Kollektiv schließen“, sagt Kreuser. Mit Eberhardt und Ex-Torwart Julien Santarini wird es morgen ein Wiedersehen geben. Beide haben sich Zweibrücken angeschlossen. Ob Völklingens Kapitän Pascal Simon spielen kann, ist offen. Der Kreisläufer hat sich in der Vorbereitung das Innenband im Knie gerissen und ist erst in dieser Woche wieder ins Training eingestiegen.