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| 20:19 Uhr

Wo Arbeiten gesünder macht

Völklingen. Mit dem Start des Modellprojekts "Virtuelle Werkstatt für seelisch behinderte Menschen" beschritten das Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales und die Saarland Heilstätten GmbH (SHG) im Jahr 2004 einen neuen Weg bei der Integration behinderter Menschen ins Arbeitsleben Von SZ-Mitarbeiter Thomas Annen

Völklingen. Mit dem Start des Modellprojekts "Virtuelle Werkstatt für seelisch behinderte Menschen" beschritten das Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales und die Saarland Heilstätten GmbH (SHG) im Jahr 2004 einen neuen Weg bei der Integration behinderter Menschen ins Arbeitsleben. Im Unterschied zu den stationären Behindertenwerkstätten sind die Jobs dezentral in Wirtschaftsunternehmen und Behörden angesiedelt: 60 vergütete Arbeitsplätze und Beschäftigungsmöglichkeiten wurden im Regionalverband Saarbrücken akquiriert, eine Betreuung auch in Krisensituationen sichergestellt. "Die virtuelle Werkstatt ist ein Erfolgsprojekt", versicherte SHG-Geschäftsführer Alfons Vogtel am Dienstag bei der Vorstellung des Abschlussberichts im Völklinger Parkhotel Albrecht. Mehr als die Hälfte der Projektteilnehmer arbeitet im Bürobereich. Andere helfen in der Küche, pflegen Pflanzen, kümmern sich um Tiere oder übersetzen Sprachen. Die meisten Beschäftigten der virtuellen Werkstatt verfügen über einen mittleren Bildungsabschluss, Fachhochschul- oder Hochschulreife. "Über 80 Prozent fühlen sich am Arbeitsplatz integriert", erklärte Alfred Wulff, der zuständige Referatsleiter im Ministerium. Die behinderten Menschen schätzen die Zusammenarbeit mit "gesunden" Kollegen in einem ganz "normalen" Unternehmen. 93 Prozent der Befragten berichteten von einer Verbesserung des Gesamtbefindens. Der stabilisierende Effekt zeigt sich nach Angaben von Projektleiterin Kerstin Axt im Rückgang der stationären Aufenthalte. Auch Thomas Niesen fühlt sich wohl in seinem Job. Seit Oktober 2008 hilft er täglich zwei Stunden im Parkhotel Albrecht aus. Der neue Mitarbeiter kümmert sich ums Frühstücksbuffet, spült Gläser, räumt Geschirr ein. Gerne steht er morgens auf und geht zur Arbeit. "Die Tätigkeit gibt meinem Leben ein Stück Normalität", erzählt Niesen und berichtet von dem guten Arbeitsklima. Sein Chef gibt das Lob zurück. "Wir haben sehr positive Erfahrungen gemacht", versichert Hotelier Markus Albrecht.Die Plätze in der virtuellen Werkstatt sind sehr begehrt, bereits seit Februar 2006 wird eine Warteliste geführt. Aufgrund der positiven Resonanz wird das Modellprojekt, das ursprünglich Ende des Monats auslaufen sollte, jetzt verlängert, zunächst bis zum 30. September. Ziel ist es, die virtuelle Werkstatt im Rahmen einer Regelfinanzierung als festen Bestandteil der saarländischen Werkstatt-Landschaft zu etablieren.