| 20:42 Uhr

Völklinger Heimmannschaft SV Röchling profitiert
„Wir wollen, dass der FCS in Völklingen bleibt“

Ein Blick ins Hermann-Neuberger-Stadion beim jüngsten Heimspiel des SV Röchling gegen Kickers Offenbach.
Ein Blick ins Hermann-Neuberger-Stadion beim jüngsten Heimspiel des SV Röchling gegen Kickers Offenbach. FOTO: Andreas Schlichter
Völklingen. Wenn der FC Saarbrücken aufsteigt, braucht er dafür ganz schnell ein bundesligareifes Stadion. Wolfgang Brenner, Vorsitzender des SV Röchling, plädiert für den Standort Völklingen. Von Bernhard Geber

„Ohne den FC Saarbrücken hätten wir erst gar nicht in der Regionalliga antreten können“, sagt Wolfgang Brenner, Vorsitzender des SV Röchling Völklingen. Denn der FCS hat auf eigene Kosten das Hermann-Neuberger-Stadion so aufgerüstet, dass es den Regionalliga-Bestimmungen entspricht. „Wir als klassischer Amateurverein hätten das finanziell nie stemmen können“, unterstreicht Brenner. Die Völklinger haben sich gleich von Anfang an auch darauf eingestellt, dass die Regionalliga für sie sportlich ein Abenteuer ist. Wobei Mannschaft und Trainer sich, betont der Vereinsvorsitzende, angesichts des „kleinsten Etats in der gesamten Regionalliga“ sehr gut schlügen. „Wir messen uns hier mit Profi-Mannschaften, die teilweise über das Zehnfache der Mittel verfügen“, erläutert Brenner.


Auf Völklingen und das Neuberger-Stadion wartet nun eine neue Herausforderung. Während der heimische Ludwigspark mit noch offenen Ende umgebaut wird, hat der FC Saarbrücken derzeit beste Voraussetzungen für den Aufstieg in die 3. Bundesliga. Wenn sich die Saarbrücker dafür entscheiden, weiter in Völklingen zu spielen, muss auch das Neuberger-Stadion sehr schnell für die Anforderungen dieser Spielklasse fit gemacht werden. Der FCS hat bereits vorsorglich einen kompletten Bauantrag im Völklinger Rathaus eingereicht. Dieser sieht unter anderem eine Erweiterung der Ränge auf insgesamt 10 001 Platze, davon 2000 Sitzplätze, eine Aufrüstung der (derzeit schwachbrüstigen) Flutlichtanlage und mittelfristig auch den Einbau einer Rasenheizung vor.

Das Thema beschäftigt heute auch den Völklinger Stadtrat. Im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung will Christian Seiffert, für Infrastruktur zuständiges Vorstandsmitglied des FCS, den Ratsmitgliedern das Projekt erläutern. Die Umbaukosten, die sich auf an die zwei Millionen Euro belaufen könnten, würden die Saarbrücker voll übernehmen. Für die Völklinger stellt sich aber die Frage, ob Folgekosten an der Stadt hängenbleiben, wenn der FCS wieder zurück in den heimischen Ludwigspark geht.



Und nicht nur für die Stadt: So könnte für den SV Röchling die Energiekostenrechnung deutlich steigen, wenn der Rasen geheizt wird und das Flutlicht auf vollen Touren brennt. Aber Wolfgang Brenner und seine Vorstandskollegen  halten die vom FCS geplanten Investitionen auch für durchaus gut  für die Heimmannschaft.

Die aktuelle Flutlichtanlage, so Brenner, sei nicht mal richtig regionalligatauglich. Man könne Spiele nur zu Zeiten ansetzen, zu denen noch genügend Tageslicht vorhanden sei. Auch denkbare Fernseh-Übertragungen („zum Beispiel bei Spielen von Jugend-Nationalmannschaften“) seien schon am Flutlicht-Problem gescheitert. Der SV Röchling brauche in der Regionalliga („und erst recht bei einer eventuellen Rückkehr in die Oberliga“) keine Rasenheizung und, so Brenner: „Wir werden sie ganz einfach nicht einschalten.“ Die zusätzlichen Sitzplätze sollten in Form einer mobilen Tribüne geschaffen werden, die man wieder abbauen könne.

Das Park-Problem könne über eine Vereinbarung mit dem Völklinger Weltkulturerbe entschärft werden. Diese solle so aussehen, dass Fußballfans ihre Autos auf dem dortigen großen Parkplatz abstellen und dann per Shuttle-Bus zum Stadion befördert werden. Diese Maßnahme bedeutet dann auch engeren Kontakt mit der Stadt, in der sich viele FCSFans laut Brenner bereits richtig wohlfühlen. Hier könnten sie nicht nur noch einigermaßen günstig parken, sondern seien im Neuberger-Stadion auch („anders als bisher im Ludwigspark“) in einem einzigen Fan-Block vereint. Und mit der vorgesehenen Erweiterung der Sitzplätze kämen auch die Dauerkarten-Inhaber („die haben Anspruch darauf“) voll zu ihrem Recht.

Sozusagen im Windschatten  eines Drittligisten FCS rückten auch die Stadt und ihr Heimatverein verstärkt ins Rampenlicht der Medien – ein vereinseigenes Fernsehteam von Kickers Offenbach habe schon nach Drehmöglichkeiten im Weltkulturerbe angefragt, berichtet  Brenner und folgert:  „Wir sollten alles tun, damit der FCS in Völklingen bleibt.“

„Völklingen profitiert vom 1. FCS“ sagt Wolfgang Brenner.
„Völklingen profitiert vom 1. FCS“ sagt Wolfgang Brenner. FOTO: BeckerBredel