Wildpark-Ranger spucken in die Hände

Wildpark-Ranger spucken in die Hände

Ehrenamtler engagieren sich für den Ludweiler Wildpark, der noch vor zwei Jahren vor dem Aus stand. Die Wildpark-Ranger kümmern sich vor allem um die Tiere und Zäune der Gehege. Und sie haben Pläne für 2017.

Klein, aber fein präsentiert sich der Wildpark Ludweiler . Mit etwa 2,5 Hektar Gesamtfläche ist er deutlich kleiner als der etwa elf Hektar große Park zwischen Völklingen und Püttlingen. Beide gehören der Stadt, doch in Ludweiler hat sich eine Gruppe zusammengetan, die sich zusätzlich um die Belange der Tiere kümmert: Die Wildpark-Ranger. "Wir stellen unsere Arbeitszeit kostenlos zur Verfügung", erklärt Eric Kuhn. "Wir", das sind 21 Menschen, größtenteils aus Ludweiler selbst, aber auch aus Großrosseln. Das jüngste Mitglied ist 24, das älteste knapp über 70, wie Kuhn erklärt. Der Fraktionschef der SPD im Völklinger Stadtrat ist einer der Mit-Initiatoren der Ranger und erledigt viel Organisatorisches, verschickt beispielsweise die Einsatzzeiten der Rufbereitschaft von den betreffenden Forst-Mitarbeitern an die Ranger.

Umgekehrt kümmert er sich auch darum, die Einsatzzeiten der Ranger an den Fachdienst Forstwirtschaft der Stadt Völklingen zu versenden. So stehe man im stetigen Austausch, das klappe hervorragend. Das bestätigt auch dessen Leiterin, Verena Lamy.

"Die Ranger kommen vor allem am Wochenende und an Feiertagen zum Einsatz", erzählt Kuhn. Dann füttern sie die Tiere, die in ihren Gehegen schon sehnsüchtig auf das Futter warten. 13 Wildschweine, zwölf Hirsche und zwei Kälber beherbergt der Wildpark. Unter den Wildschweinen sind vier Frischlinge aus dem Frühjahr 2016. Die Hirsche bekommen einen Hafer-Gersten-Mix, während die Wildschweine mit Mais gefüttert werden. Wenn die Besucher den Tieren mal ein Stück Brot zukommen lassen würden, sei das kein Beinbruch. Doch verschimmeltes Brot zu hinterlassen, sei suboptimal, der Park sei schließlich keine Abfallstation, und gesund sei es auch nicht. Die zweite Hauptaufgabe ist die Kontrolle der Tiere und der Zäune. Falls mal etwas kaputt sei, informiere man die Mitarbeiter der Rufbereitschaft. Jedoch hatte man keine größeren Probleme mit Vandalismus, seit die Wildpark-Ranger vor knapp zwei Jahren ins Leben gerufen wurden.

Kleinere Arbeiten werden ebenfalls von ihnen verrichtet. Die groben Steine beispielsweise, die im Hirschgehege beim Futterhaus liegen, hat man verlegt. Sie dienen als eine Art Wetzsteine, auf denen sich die Tiere die Schalen, quasi die Hufe der Hirsche, ablaufen können. Begonnen hätten die Ranger, da der Park vor zwei Jahren kurz vor der Schließung stand. Durch die ehrenamtliche Arbeit konnte man ihn am Leben halten. Wichtig sei die Einrichtung unter anderem, um Kindern heimische Tiere zu präsentieren. "So können sie Natur hautnah erleben", erklärt Kuhn. In Ludweiler sei die Akzeptanz für den Park sehr groß. Oftmals treffe man Spaziergänger regelmäßig an den gleichen Tagen an, oft natürlich sonntags. Nicht nur zum Spazierengehen lohnt sich der Ausflug zum Park, der zwischen Ludweiler und Werbeln liegt. Wanderer könnten dort auch einen Teil des Werbelner-Geschichte-Weges gehen und Jogger sich auf dem Trimm-Dich-Pfad mit seinen sechs Stationen verausgaben.

Anfang des Jahres möchten sich die Ranger zusammensetzen. Sie wollen Ideen zusammentragen, wie man sich noch besser der Öffentlichkeit präsentieren kann. Eine Zusammenarbeit mit dem Nabu ist angedacht, vielleicht könne man auch die ein oder andere Veranstaltung im Park organisieren.

Über mangelndes Interesse oder geringe Teilnahme innerhalb der Ranger-Clique kann sich keiner beschweren. "Es gibt eher mal Streit, weil jemand zu wenig zum Füttern eingeteilt ist", sagt Eric Kun mit einem Augenzwinkern. > Weiterer Bericht folgt

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