White Chocolate macht Dampf im Pfarrgarten

White Chocolate macht Dampf im Pfarrgarten

Die starken Bläser hörte man bis weit in die Rathausstraße hinunter: White Chocolate, saarländische Formation, drehte am Donnerstagabend bei dem Völklinger City-Open-Air voll auf – mit Funk und Soul im Gepäck und viel Rhythmus. Das versöhnte mit dem verspäteten Konzertbeginn.

Mit ordentlich Verspätung und allerhand Dampf startet die Band White Chocolate am Donnerstagabend ihr Konzert der City-Open-Air-Reihe. Und wer aufpasst, entdeckt sofort: Der Sänger mit dem weißen Hemd und dem hellen Strohhut - der war doch vorige Woche schon da? Stimmt - da hat Andreas Braun als Pianist mit den Gambles im Pfarrgarten gespielt und dabei so manchen Rock'n'Roll-Titel gespielt.

Der Sänger allerdings ist das Einzige, das an die Vorwoche erinnert, denn statt der immer noch beliebten Titel von Elvis, Bill Haley und Co, gibt es dieses Mal wesentlich jüngere Werke, vornehmlich aus dem Funk-und Soul-Bereich. Distanz zum Publikum ist Braun ein Graus: Und so schreitet er schon nach dem Eröffnungstitel "Summer in the City" ein: "Da tut sich ja ein verdammt großer Graben auf, das nervt." Er sähe die erste Biertischreihe gerne ein gutes Stück weiter vorne und legt auch beim Tischerücken selbst Hand mit an. Die übrige Lücke beabsichtigt er mit Tanzenden aufzufüllen: "Wer will, gesellt sich zu uns, hier vorne ist der Spaß." Er weiß: "Die Völklinger muss man am Anfang immer ein bisschen kitzeln, damit sie aus sich rausgehen." Und so schlendert er beim nächsten Titel singend durch das Publikum, hakt sich bei einer Dame ein, legt einer anderen den Arm um die Schulter. Jeweils mit dem Ziel, sie mit sanftem Druck direkt vor die Bühne zu dirigieren. Rhythmus und Groove sorgen schnell dafür, dass immer mehr Zuhörer tanzen. Braun ist jetzt zurück auf der Bühne, wo er sich austobt. So klettert er auch gerne einmal die Bühnenstützen hoch, um von dort aus zu singen. "Klasse-Combo", lobt Dieter Derrnbecher im Publikum knapp und anerkennend.

Die Sängerinnen Isabelle Kessler und Melissa Könnel unterstützen Braun. Weit weniger aufgedreht, aber mit genau so viel Druck in den Stimmen. Mit Bläsersatz und Rhythmusgruppe ist die Bühne dann auch richtig voll. Kein Wunder also, dass so mancher einen Ausflug ins Publikum macht. So singt Braun singt zunächst im Falsett "Kiss" von Prinz, um sich wenig später auf einem Biertisch wiederzufinden. "Ich bin aber nicht alleine. Schaut, da sind meine Bläser", sagt er und tatsächlich: Trompeter Michael Britz, Bernd Nickaes mit dem Saxofon und Jonas Jung mit der Posaune steigen auch auf Tische, gemeinsam spielen sie so eine kurze Zugabe zu "Kiss".

Wie eine Sensation kündigt er dann seinen Sprung von einem Stehtisch an. Der soll der Band anzeigen, dass das nächste Stück beginnt. "Glaubt ihr an diese Band?", fragt er dazu. Selbstverständlich traut das Publikum den Akteuren fast alles zu. Und jetzt hat der Spaß endgültig auch auf die hinteren Reihen übergegriffen.

Nächsten Donnerstag spielt die Gruppe Z3ntral ab 19.30 Uhr bei den City-Open-Airs im Pfarrgarten.