Völklingen : Wenn die Hose piepst

Shoppen ist schon anstrengend genug. Vor allem, wenn man eine pubertierende Tochter im Schlepptau hat. Für erhöhten Adrenalinausstoß sorgen dann unvorhergesehene Ereignisse.

Sommer, Ferien, Sale. Die Tochter arbeitet subtil an ihrem Projekt „Neue Lieblingsschuhe“. Die kosten soviel, von dem Geld würde ich mir zwei Paar zulegen. Ich lasse mich überreden, im Damendreier (Hannahs Freundin noch an Bord) einen Abstecher in die alte Heimat, nach Frankfurt, zu unternehmen. Die anvisierten Schuhe gibt es leider nicht im Schlussverkauf.

Aber wenigstens für mich konnte ich vor der Abfahrt im Ausverkauf zuschlagen. Die Ausbeute: zwei Hosen, zwei Blusen in einer netten kleinen Boutique in Saargemünd. Das grüne neue Beinkleid führe ich aus, als wir auf Frankfurts längster Einkaufsmeile (die beliebteste Deutschlands, stand gerade in der Zeitung) in der City nach den Edeltretern für die Tochter suchen.

Dann der Schreck: Die neue Hose piepst, als wir den schicken Adidas-Shop  betreten. Der Sicherheitsbeauftragte – verunsichert. Sonst piepst es nur, wenn ein Kunde aus dem Laden kommt. Ein neuer Trick vielleicht? Er steht nicht umsonst im Eingangsbereich. Wahrscheinlich  muss er aufpassen wie ein Schießhund, damit abends überhaupt noch Ware in den Regalen liegt. Immerhin, nachdem ich wegen besagter Schuhe sechsmal an ihm vorbei ziehe (dreimal rein, dreimal raus), lächelt er.

Um die Geschichte abzukürzen. Ich habe an diesem Tag viele Männer mit meiner piepsenden Hose in Verwirrung gestürzt. Die Suche nach den Traumschuhen, eine schweißtreibende Herausforderung. Ein Securitybeauftragter wollte mir die Sache mit der Hose nicht glauben und schwenkte meine Handtasche extra noch einmal durch das digitale Sicherheitsportal – natürlich vergeblich. Ich habe nur drauf gewartet, dass ich die Hose runter lassen soll.

Abends habe ich mir alle neuen Klamotten vorgenommen und nach diesem verflixten Sicherheits-Antiklau-Etikett gesucht. Schnipp-schnapp, ich piepse nicht mehr. Ach ja, und die Schuhe, diese wunderbaren Treter in Größe 42 und in Beige-Creme, gab es nicht in Frankfurt. Sie wurden in dem Adidas-Laden bestellt und kamen ein paar Tage später per Post – aus Amsterdam.