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Neues Wappentier beim Finanzamt?
Wenn die Elster ruft

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Elstern sind als diebische Vögel bekannt. Und nun hat sie die saarländische Finanzverwaltung offenbar zu ihrem Wappentier erkoren. Aber  alles der Reihe nach. Von Bernhard Geber

Im Büro ist plötzlich der Kaffee ausgegangen. Der kleine Bäckerladen vis à vis hält normalerweise diesen Betriebsstoff bereit. Doch – welch ein Pech! Da ist neuerdings am Mittwochnachmittag geschlossen. Macht nichts, die Sonne wärmt. Auf zum nächsten Einkaufsmarkt! Weil gleich daneben die Außenstelle des Finanzamtes liegt, könnte man ja die Formulare für die bald fällige Steuererklärung mit besorgen. Die ist dann bei einem mittelprächtig verdienenden Angestellten mit gläsernem Geldbeutel schnell erledigt.


Aber Pustekuchen! Die Formulare liegen nicht mehr im Ständer aus. Stattdessen liest man den Hinweis, man möge das doch über ELSTER erledigen. „Die Steuererklärung elektronisch abzugeben, ist sicher, schnell, papierlos“, liest man dazu. Für Zurückgebliebene gibt es noch Formulare. Aber die sind unter Verschluss. Man muss sie erbitten. Entweder beim Empfang, wo gerade geschlossen ist. Oder bei der Servicestelle, wo  rund ein Dutzend Leute wartet.

Da sollte man doch schon mal beginnen, ELSTER, Abkürzung für elektronische Steuererklärung, zu studieren. Angeblich ist sie ja (wie Facebook?) völlig sicher. Kaffee und Brötchen gibt es noch unkompliziert. Aber hoffentlich führt mein Bäcker nicht eines Tages einen  EBER („Elektronische Brötchenerklärung“) ein.