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Wenn das katholische Pfarrheim den Blues hat

Wenn das katholische Pfarrheim den Blues hat

In regelmäßigen Abständen verwandelt sich Lauterbachs Pfarrheim in „Bernds Bistro“ – dann sind Konzerte des Kulturvereins Plopp angesagt. Jetzt war die Blues Company aus Osnabrück da und begeisterte das Publikum.

Bernds Bistro und Blues - das passt einfach zusammen. Das zeigte sich am vergangenen Freitag im katholischen Pfarrheim Lauterbach , das sich seit mehr als 20 Jahren bei den tollen Konzerten des Kulturvereins Plopp immer wieder zu besagtem Bernds Bistro verwandelt. "Old, New, Borrowd but Blues " oder einfach "alt, neu, geliehen, aber Blues ", das ist aktuell das Motto der Blues Company aus Osnabrück um den Sänger und Gitarristen "Tosho" Todor Todoro und seine Mitstreiter Mike Titré an der Gitarre, Arnold Ogrodnik am Bass und Florian Schaube am Schlagzeug.

Die Sitzplätze im Konzertsaal sind schnell besetzt. Bis auf den in der Mitte der ersten Reihe. Der gebührt dem Plopp-Vorsitzenden Bernd Engel. Schnell wird klar: Der flotte Blues-Zug, der da im Bistro reinrauscht, ist nicht aufzuhalten. Noch nicht einmal durch ein streikendes Mikrofon, wie sich zu Beginn zeigt. Das sorgt höchstens für leichte, kaum nennenswerte Verspätung.

"Rock this house, rock this town", singt Tosho. Und krönt seine Darbietung immer wieder mit kurzen, knackigen Gitarrenläufen. Auch seine Seitenmänner nutzen immer wieder die Gelegenheit zum Solo und verdienen sich damit Szenenapplaus, mit dem das Lauterbacher Publikum wie gewohnt nicht geizt.

"40 Jahre sind wir jetzt mit unserer Musik unterwegs", so Tosho in einer seiner Ansagen zwischendurch. In diesen 40 Jahren hat die Blues Company nahezu 4000 Auftritte in 14 Ländern absolviert und mehr als 20 Alben veröffentlicht - das erste davon, eine Live-LP, im Jahr 1980. Ein Geheimnis des BC-Erfolgs ist für Tosho die personelle Kontinuität in der Band, die für eine stabile musikalische DNA sorgt: So ist Mike Titre als zweiter Gitarrist und zweite Stimme der Blues Company bereits seit 1980 an Toshos Seite, Drummer Florian Schaube sitzt seit 2000 hinter dem Schlagwerk, und Bassist Arnold Ogrodnik als Nesthäkchen ist auch schon seit 2008 an Bord. Wenn gewechselt wird, dann höchstens intern: Beim Konzert gibt der Bassist sein rotes Haupt-Instrument an den Gitarristen weiter - um sich für die nächsten Titel dem Piano zu widmen, das er ebenfalls beherrscht.

Kein Wunder, dass hochkarätige Auszeichnungen wie der "Preis der Deutschen Schallplattenkritik" oder der "Blues Louis", verliehen vom Südwestdeutschen Rundfunk (SWR), im Regal der Blues Company stehen. Wobei sich Toscho und Co. durch eine ganz andere und sehr spezielle Verwendung ihrer Studio-Alben im Grunde noch mehr ausgezeichnet fühlen dürfen, wie Gastgeber Engel weiß. Dazu erzählt er: "Die CDs der Blues Company werden von Experten der klanglich maximal verwöhnten High-End-Fraktion im HiFi-Bereich mit schöner Regelmäßigkeit verwendet, wenn die Brillanz und Leistungsfähigkeit der edelsten Boxen und der feinsten Verstärker-Technik eindrucksvoll vorgeführt werden sollen."