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Völklinger Hütte
Ein Ort der Erinnerung an 12 000 Zwangsarbeiter

Mit dieser Installation des bekannten französischen Künstlers Christian Boltanski erinnert die Völklinger Hütte an ihre Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg.
Mit dieser Installation des bekannten französischen Künstlers Christian Boltanski erinnert die Völklinger Hütte an ihre Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg. FOTO: Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Hans-Georg Merkel / Hans-Georg Merkel
Völklingen. Männer, Frauen und Kinder aus 20 Ländern schufteten während der NS-Zeit in der Völklinger Hütte, 261 starben, darunter auch 60 Kinder. red

In den letzten Jahren hat das Weltkulturerbe Völklinger Hütte den Forschungsstand zu den Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern der Hütte erweitert und präsentiert. Der französische Weltkünstler Christian Boltanski hat im Weltkulturerbe einen Erinnerungsort für die Menschen geschaffen, die hier Zwangsarbeit verrichten mussten. Ein emotionales Kunstwerk, das die Erinnerung an diese Menschen wachhält und erlebbar werden lässt.


Christian Boltanskis Installation „Die Zwangsarbeiter – Erinnerungsort in der Völklinger Hütte“ führt in die dunkelste Zeit der Hütte und der Industriekultur.

12393 Männer, Frauen und Kinder aus 20 Ländern waren während des Zweiten Weltkrieges als Zwangsarbeiter in der Völklinger Hütte registriert. 261 von ihnen verloren ihr Leben, darunter 60 Kinder und Kleinkinder.



Die Installation von Christian Boltanski in der Sinteranlage eröffnet einen neuen und sehr emotionalen Zugang zum Thema Zwangsarbeit. Die Menschen stehen mitten in den eng gestellten Wänden des Archivs der Erinnerungen, das aus unzähligen aufeinander gestapelten Archivkästen besteht. Die Archivkästen tragen Nummern, schwarze Hosen und Jacken formieren sich zu einem Kleiderberg. Die geflüsterten Namen der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die aus allen Ecken der Installation erklingen, lösen einen Schauer aus. Schlagartig versetzt die Installation in eine andere Welt.

Auch der Gedanke an die tägliche Arbeit der Hüttenarbeiter hat Christian Boltanski inspiriert. Diesen Menschen und ihren Emotionen hat er die große temporäre Installation „Erinnerungen | Souvenirs | Memories“ in der Erzhalle gewidmet.

Christian Boltanski ist einer der international renommiertesten Künstler. Seine Werke wurden dreimal auf der documenta in Kassel gezeigt. 2011 wurde der gesamte französische Pavillon der 54. Internationalen Kunstbiennale von Venedig mit einer Rauminstallation von Christian Boltanski gestaltet. Christian Boltanskis Arbeiten sind in den wichtigsten Kunstsammlungen der Welt – wie dem Museum of Modern Art in New York, der Tate in London oder dem Centre Georges Pompidou in Paris – zu sehen.

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist das erste Industriedenkmal aus der Blütezeit der Industrialisierung, das in die Welterbeliste der Unesco aufgenommen wurde. Es ist das einzige Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung, das vollständig erhalten ist. Nach der Stilllegung der Roheisenproduktion im Jahr 1986 wurde die Anlage 1994 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Die Anfänge der Hütte reichen bis zum Jahr 1873 zurück. Der erste Hochofen wurde 1883 angeblasen.