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Weiter ohne Sonnenschutz

Im Sommer qualmen Schülern und Lehrern die Köpfe: An den Fenstern des Völklinger Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasiums gibt es weiter keinen wirksamen Sonnenschutz. Foto: SZ/Schule
Im Sommer qualmen Schülern und Lehrern die Köpfe: An den Fenstern des Völklinger Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasiums gibt es weiter keinen wirksamen Sonnenschutz. Foto: SZ/Schule
Völklingen. Einen weiteren Sommer schwitzen und leiden heißt es nach Lage der Dinge für Schüler und Lehrer des Völklinger Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasiums. Der seit Jahr und Tag geäußerte Wunsch der Schule nach Schatten spendendem Sonnenschutz für die Südseite ist vom Träger, dem Regionalverband Saarbrücken, erneut abschlägig beschieden worden Von SZ-Redakteur Peter Wagner

Völklingen. Einen weiteren Sommer schwitzen und leiden heißt es nach Lage der Dinge für Schüler und Lehrer des Völklinger Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasiums. Der seit Jahr und Tag geäußerte Wunsch der Schule nach Schatten spendendem Sonnenschutz für die Südseite ist vom Träger, dem Regionalverband Saarbrücken, erneut abschlägig beschieden worden. Dabei hatten die Völklinger gehofft, im Zuge des 10 Millionen Euro schweren Sonder-Konjunkturprogrammes für die Schulen der Region endlich berücksichtigt zu werden, zumal der Träger immer wieder versichert hatte, er halte einen Sonnenschutz für sinnvoll und das Anliegen für berechtigt. Dies sei auch weiter so, sagte jetzt Regionalverbands-Sprecher Stefan Kiefer unserer Zeitung auf Anfrage. Dennoch könne man dem Kaschnitz-Gymnasium "im Moment" kein Geld geben. Die Zuwendungen flössen nach Dringlichkeiten, die von den politischen Gremien festgelegt worden seien. Am wichtigsten gälten demnach Investitionen in die Schaffung von Räumen, in Brandschutz und in den Ausbau zu freiwilligen Ganztagsschulen. Sonnenschutz sei demnach nicht "dringlich", sondern allenfalls "wünschenswert", also derzeit nicht zu bezahlen. Schulleiter Gerold Fischer (Foto: SZ) zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung enttäuscht von der neuerlichen Absage. Er vermutet, dass die Bedeutung eines Sonnenschutzes für die Gesundheit der hier arbeitenden Menschen nicht hinreichend gewürdigt wurde. "Unsere Kinder kollabieren", klagt Schulelternsprecherin Carmen Reif. Bereits an Vormittagen werde es in den Klassenräumen 30 Grad heiß, "hitzefrei" gebe es aber seit 2006 nicht mehr, außerdem finde wegen des verkürzten Gymnasiums G 8 immer mehr Nachmittagsunterricht statt. Reif kündigte an, weiterhin für das Anliegen zu kämpfen. Ein Fachbetrieb habe ein Angebot vorgelegt, wonach man alle Südfenster für 129 000 Euro mit außen angebrachten Rollos ausstatten könne. Im Vergleich zu den Millionen, die zum Beispiel ins Thermalbad Rilchingen flössen, sei das eine Kleinigkeit, macht die Sprecherin einen anderen Vergleich auf als der Regionalverbands-Sprecher.Mitstreiter LorigZu den Mitstreitern des Kaschnitz-Gymnasiums zählt der Völklinger Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU). Bereits dessen Vorgänger Hans Netzer (SPD) hatte 2006 Partei für den Sonnenschutz ergriffen, sich aber ebenfalls kein Gehör verschaffen können. Meinung


Blamage für die Schloss-Herren



Von SZ-Redakteur Bernhard Geber Der Regionalverband setzt das Trauerspiel des früheren Stadtverbandes um den Sonnenschutz am Völklinger Kaschnitz-Gymnasium fort. Jetzt soll (plötzlich?) kein Geld mehr da sein, obwohl das Konjunkturprogramm gerade für zusätzliche Investitions-Impulse bestimmt war. Pflichtausgaben sollten aber aus dem normalen Haushalt zu bestreiten sein - vorausgesetzt, dass man ordentlich gewirtschaftet hat. Das Resultat ist eine Blamage für die Herren im Saarbrücker Schloss einschließlich der Volksvertreter aus dem Völklinger Raum in der Regionalversammlung. Dem Kaschnitz-Gymnasium fehlt offenbar die Lobby. Schon zuvor blieb eine Initiative, selbst gesundes Essen für die Schüler zu kochen, im Dschungel der Bürokratie hängen. HintergrundDer Regionalverband hat sich bereits an anderer Stelle Ärger mit dem Konjunkturprogramm eingehandelt. Schüler, Eltern und Lehrer der Saarbrücker Waldorfschule wollen vor dem Landtag demonstrieren, weil sie bei der Verteilung leer ausgingen. Ein Sprecher sagte dazu, der Regionalverband investiere in die eigenen Schulen. Diese hätten es nötiger (die SZ berichtete bereits). red