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Ächz - aber bald ist Herbst
Weil Fische nicht schreien: Lautlose Lebensrettung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wir Menschen jammern derzeit bei Temperaturen über 30 Grad. Mehr oder minder vernehmbar. Fische können sich nicht lautstark zu Wort melden, wenn ihnen zu heiß wird. Aber ihnen wird Hilfe zuteil. Von Michèle Hartmann

Man könnte sich wünschen, ein Kamel zu sein. Das Trampeltier genießt die Hitze, kann in wenigen Minuten bis zu 200 Liter Wasser tanken und kommt so ganz beschwingt durchs Leben.


Weniger gut durchs Leben kommen derzeit die Leute, die Dächer decken und den stinkenden Müll abfahren, die Fassaden anstreichen und im Straßenbau schuften. Nach den Prognosen der Klimaforscher müssen wir uns wohl darauf einrichten, solche Sommer nun vermehrt zu erleben.

Von den Kamelen und ihrer wundersamen Anpassungsfähigkeit an äußere Gegebenheiten einmal abgesehen, leiden derzeit viele Tiere. Hunde und Katzen suchen Abkühlung auf nackten Fliesen. Sie leiden lautlos. Ebenso wie die Fische.



Dieser Tage haben wir in der Region mal etwas gründlicher nachgeforscht und erfahren, dass es mehr Angelweiher gibt, als man vermuten könnte. Und weil die Tiere im Wasser sich nicht zu Wort melden können, alarmieren eben die Angelsportvereine die Feuerwehren. Die rückten dann an, wälzen das Wasser um und sorgen dafür, dass mittlerweile sauerstoffarme, aber auch fast ausgetrocknete Gewässer wieder in den Normalzustand versetzt werden. Ganz lautlos tun sie das, wie immer, machen kein Aufhebens von dem, was sie in solchen Notlagen leisten.

Auch ihnen wünschen wir ein paar dicke Regentropfen. Und etwas kühlere Tage. Die haben sie sich redlich verdient.