Wehrleute retten 30 Menschenleben

Die Aufgaben nehmen zu, die Belastung steigt. Auf ihrer Jahreshauptversammlung zog die Völklinger Wehr Bilanz. Thematisiert wurde dabei auch das besondere Engagement der Wehrleute bei dem Flüchtlingszuzug. Erfreuliche Entwicklung: Das neue Feuerwehrgerätehaus in Geislautern kommt endlich.

Mit wenigen Worten erinnerte der Regionalverbandsbrandmeister die Völklinger Feuerwehrleute bei ihrer Jahreshauptversammlung im Geislauterer Dorfgemeinschaftshaus daran, wie turbulent das Jahr begonnen hat. "Silvester war für euch auf einen Schlag vorbei", sagte Ruwen Dumont bei seinem Grußwort. Und ohne den Ort des Geschehens zu nennen, waren die Gedanken der Beteiligten wieder beim verheerenden Wohnungsbrand in der Karl-Janssen-Straße. Vermutlich hatte sich in der Silvesternacht ein Feuerwerkskörper verirrt in das Mehrfamilienhaus, aus dessen drittem Stock die Feuerwehr zwei Menschen vor Flammen und Rauch rettete.

301 Aktive, 73 Alterskameraden, dazu 62 Jugendfeuerwehrleute zählen die Völklinger Löschbezirke zusammen, wie Wehrführer Herbert Broy informierte - und ein Großteil aller Mitglieder war zur Versammlung gekommen.

Zu 266 Einsätzen eilten die Feuerwehrleute im Vorjahr, sie haben dabei 30 Menschen gerettet. Für sechs Personen, so geht es aus der Statistik hervor, kam jede Hilfe zu spät. 101 Mal handelte es sich um technische Hilfeleistung, 84 Mal um einen Brandalarm. Broy hob dabei ein nicht alltägliches Ereignis hervor: "Da ist tatsächlich ein brennender Zug in unseren Bahnhof eingefahren."

Die Zahl der Einsätze hält Saarbrückens Sicherheitsdezernent Harald Schindel für wichtig. Denn nach ihr sollte die Brandschutzsteuer verteilt werden, forderte er unter Applaus der Völklinger Feuerwehrleute , nicht nach der Größe des Einsatzgebietes, wie es derzeit üblich sei. Das Aufgabengebiet der Feuerwehr habe sich noch stärker erweitert, sagte Schindel: "Es kommen immer mehr soziale Leistungen dazu, das Flüchtlingsproblem wäre ohne das enorme Engagement der Feuerwehr kaum zu bewältigen."

Der Chef der Wehr, Oberbürgermeister Klaus Lorig , zeigte sich als eifriger Unterstützer: "Das ist nicht irgendein Verein, das ist eine wichtige Organisation der Stadt, die wichtige hoheitliche Aufgaben wahrnimmt." Deshalb sei es gut, wenn sich in Sachen Ausrüstung und Infrastruktur etwas verbessere: "Wir freuen uns, dass das Feuerwehrgerätehaus Geislautern endlich in die Puschen kommt."

Ein wichtiges Datum im Kalender ist Anfang Juni vermerkt: Die Jugendfeuerwehr der Stadt feiert am Freitag, 3., und am Samstag, 4., ihr Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen im Geislauterer Dorfgemeinschaftshaus. Neu gestaltet ist die Internetseite der Feuerwehr Völklingen. Thorsten Milkovic, Wolfgang Schmidt und Jean Burgard haben sich verdient gemacht. Weiter dankte Broy Thorsten Kirchmeier und Christoph Schaff für Verdienste um die Wehr, ebenso den Feuerwehrsportlern Rainer Eichenwald und Thomas Roth. Für Teamarzt Dr. Frank Morgenthal und sein Programm "Fit for Firefighting" gab es sogar die Ehrennadel der Feuerwehr.

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Auf einen BlickBeförderungen: Feuerwehrmann/-frau sind jetzt Max Spangenmacher, Sascha Funke, Anna Stegner, Peter Pingen, Marc Pingen, Jan Queitsch. Oberfeuerwehrfrau/-mann wurden Dominik Fischer, Andreas Scherer, Frank Kneip, Jens Ulrich, Mike Speicher, Manuela München, Andreas Closen. Den Titel Hauptfeuerwehrmann tragen Benjamin Forster, Dominik Pink, Klaus Schmidt, Mike Schläfer. Löschmeister/-in sind Dagmar Juchems, Florian Felten, Michael Rodenbusch, Michael Sander, Christian Colling, Matthias Sander, Sascha Forster, Pascal Wagner. Oberlöschmeister wurden Carsten Becker, Hans Grasserbauer; Hauptlöschmeister sind nun Torsten Kirchmeier, Wolfgang Schmidt, Frank Zimmermann, Sven Kaufmann. al