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Wehrdener Stadtteilforum will Vertrauen aufbauen

Wehrdener Stadtteilforum will Vertrauen aufbauen

Wehrden. In der jüngsten Sitzung des Stadtteilforums Wehrden am Dienstagabend informierte Sprecher Helmut Tamblé über den geplanten Minarett-Bau. Im Februar hatten sich die Vertreter des Stadtteilforums und der türkisch-islamischen Gemeinde auf einen Kompromiss geeinigt. Die Moslems halten an ihrem Vorhaben fest, werden aber nicht vor Jahresende mit dem Bau beginnen

Wehrden. In der jüngsten Sitzung des Stadtteilforums Wehrden am Dienstagabend informierte Sprecher Helmut Tamblé über den geplanten Minarett-Bau. Im Februar hatten sich die Vertreter des Stadtteilforums und der türkisch-islamischen Gemeinde auf einen Kompromiss geeinigt. Die Moslems halten an ihrem Vorhaben fest, werden aber nicht vor Jahresende mit dem Bau beginnen. Das Stadtteilforum hätte sich gewünscht, dass die Pläne in der Schublade bleiben, bis sich das Nebeneinander der Kulturen in Wehrden zu einem vertrauensvollen Miteinander entwickelt hat. Tamblé machte aber auch deutlich, auf welcher Grundlage diskutiert wird: "Das deutsche Baurecht sieht vor, dass die türkisch-islamische Gemeinde dieses Minarett bauen darf." In den kommenden Monaten sollen viele Gespräche geführt, Ängste abgebaut und Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden. 94 der 120 Bürger, die im Januar während einer öffentlichen Diskussion über die Pläne abstimmten, sprachen sich gegen das Minarett aus. Vor allem die Sorge vor Gebetsaufrufen beschäftigt die deutsche Bevölkerung. Die türkisch-islamische Gemeinde hat versichert, dass es keinerlei Gebetsaufrufe vom Minarett geben wird - weder über Muezzin noch per Lautsprecher. Auch die zeitweise chaotische Parksituation rund um die Moschee und die aus ihrer Sicht mangelnde Bereitschaft der Migranten, sich an der Ortsverschönerung zu beteiligen, ist deutschen Bürgern ein Dorn im Auge. Deshalb startet das Stadtteilforum zwei Aktionen: Zweier-Teams - bestehend aus einem deutschen und einem türkischen Bürger - werden im unteren Wehrden vor Ort klären, wer aus welchen Gründen wo parkt. Der Parkbedarf soll ermittelt, alternative Stellplätze aufgezeigt werden. Außerdem wird bei den türkischen Hausbesitzern für das städtische Fassadensanierungsprogramm geworben. Die islamische Gemeinde hat zugesagt, beide Aktionen, etwa durch Verteilen türkischsprachiger Handzettel, zu unterstützen. Das Stadtteilforum hofft jetzt, dass die Verantwortlichen bezüglich des Minarettbaus keine vorschnellen Entscheidungen treffen. "Gut Ding will Weile haben", sagte SPD-Stadtratsmitglied Karla Wagner. "Gut Ding will Weile haben."Karla Wagner, Stadtratsmitglied