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Was Vierbeinern alles gut tut

Völklingen. Noch vor einem Jahr war die Zukunft des Tierschutzvereins Völklingen mehr als ungewiss. Alles Vergangenheit. Ihren 35. Geburtstag feierte die Einrichtung an einer neuen Örtlichkeit mit neuem Vorstand, aber alten Zielen: Der Kreatur helfen. Andreas Lang

Allerhand Veränderungen hat der Tierschutzverein Völklingen in den vergangenen Monaten erlebt. So bilden Christine Wendler und Sarah Kindel im Jahr des 35-jährigen Vereinsbestehens die Spitze des neuen Vorstandes. Auch der Schauplatz des beliebten Sommerfestes der Völklinger Tierschützer ist ein neuer.


Nachdem das alte Wasserwerk am Simschel für solche Veranstaltungen nicht mehr zur Verfügung steht, hat das Fest ein neues Zuhause am Sebastian-Riewer-Weiher des Angelsportvereins Geislautern gefunden. "Wir fühlen uns sehr wohl hier", so Kindel am Sonntagnachmittag.

Dennoch ist auch vieles beim Alten geblieben. Die Tiersegnung ist obligatorisch, Seelsorger Axel Maria Kraus von der Pfarrei Heilig Kreuz im Warndt bedachte nach seinem kurzen Wortgottesdienst vor allem Hunde und Katzen mit dem göttlichen Segen.



Die Schirmherrschaft zum Sommerfest hat einmal mehr Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig . In seiner kurzen Ansprache lobt er das ehrenamtliche Engagement der Tierschützer . Würden sie der Stadt diese kommunale Pflichtaufgabe nicht abnehmen, würde das wohl Unsummen kosten. Meist handelt es sich um Katzen , wenn die Tierschützer zu allen Tageszeiten ausrücken. Als Straßenkatzen, die sich unkontrolliert vermehren, bezeichnen sie die problematischste Gruppe. Wegen Mangelernährung sind sie oft krank und leiden unter Parasitenbefall. Sie leben zum Beispiel auf stillgelegten Industrieflächen und sind das Zusammenleben mit Menschen nicht mehr gewöhnt. Selbst bei Jungtieren verlaufe das Wiedergewöhnen an den Menschen stets problematisch. Deshalb plädieren sie wie auch der Deutsche Tierschutzbund für eine bundesweite Kastrationspflicht. Ein Katzenpaar, so zeigen die Tierfreunde mit einem Diagramm, könne sich innerhalb eines Jahrzehntes theoretisch zu einem riesigen Volk mit 80 Millionen Tieren vermehren.

Es gibt aber auch Einsätze, die hinterher schmunzeln lassen. So etwa, als es sich an einem Sonntagmorgen ein Schwan in der Karlsbrunner Straße in Ludweiler gemütlich gemacht hat. Nach Rücksprache mit Uwe Kasolka - er ist Spezialist für Wildtiere - fuhren die Tierschützer zum Tatort, um den Schwan mit Hilfe von Feuerwehr und Polizei einzufangen. Nachdem er auf Verletzungen untersucht worden war, wurde er in einer großen Transportbox an ein geeignetes Gewässer in der Nähe gebracht.

Zurück zum Sommerfest am Sebastian-Riewer-Weiher, wo die Besucher auch wertvolle Tipps für das Zusammenleben mit dem geliebten Vierbeiner erfahren konnten. So zeigten Britta und Nadine Korn, wie Hundehalter den tierischen Begleitern eine angenehme Massage verpassen können und auch welche Nahrung den Tieren gut tut.

Für Spannung sorgte eine Tombola, die außerdem Geld für die Vereinsarbeit einbrachte. Wendler: "Wir sehen unser Fest als Fest der Begegnung der Menschen, die sich für den Tierschutz einsetzen, unsere Arbeit bekannter machen." Der Erlös komme zu 100 Prozent notleidenden Tieren zu Gute. Deshalb sind die Tierschützer auch froh für jede Spende. "So haben heute viele Unterstützer leckere Kuchen mitgebracht", so Kindel.

Auch die Künstler im Unterhaltungsprogramm spendeten - und zwar ihren Auftritt. Zunächst das Duo Nino meets Angelo, später die Unplugged-Band Majkallica um die singende Tierärztin Majka Kiefer.