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Was tun bei Unwetter?
Was die Feuerwehr bei Hochwasser rät

Überschwemmte Saarbahn-Haltestelle in Heusweiler am Montagnachmittag. In der Köllertalgemeinde haben viele Helfer von der Feuerwehr und vom THW zugegriffen. Die Völklinger Wehr half aus der Ferne koordinieren.
Überschwemmte Saarbahn-Haltestelle in Heusweiler am Montagnachmittag. In der Köllertalgemeinde haben viele Helfer von der Feuerwehr und vom THW zugegriffen. Die Völklinger Wehr half aus der Ferne koordinieren. FOTO: Ulrike Paulmann
Völklingen. Wo das Wasser einschießt, droht Lebensgefahr, durch Strom und durch klemmende Türen. Betroffene sollten besser die Wehrleute abwarten. Von Andreas Lang

Seit Tagen wiederholt sich das Drama: Zuerst zieht sich der Himmel zu, dann beginnt es zu schütten, und wenig später ertönen die Martinshörner. Dann sind freiwillige Feuerwehrleute dahin unterwegs, wo Erdreich und Kanäle die vom Himmel stürzenden Wassermassen nicht schnell genug aufnehmen und weiterleiten können.


Minuten später sind die professionell ausgebildeten ehrenamtlichen Feuerwehrleute dann schon dabei, den von den Naturgewalten angerichteten Schaden in Grenzen zu halten – und, noch wichtiger: Menschenleben zu schützen.

Und das geht am besten vorab, denn wer sich nicht in Gefahr begibt, kommt auch nicht darin um. So geben die Feuerwehrleute, wenn sie nicht gerade zu den Einsatzorten eilen oder ihr schweißtreibendes Rettungshandwerk ausüben, lebensrettende Tipps. „Bloß nicht in den Keller gehen, wenn der voll läuft, um noch irgendwas zu retten“: Das nennt Torsten Milkovic, Pressewart der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen, gleich als aller wichtigsten Ratschlag.



Denn im Keller kommt in den meisten Fällen der Strom aus dem Stadtwerkenetz an. Trifft der auf Wasser, und die entsprechende Sicherung springt nicht sofort raus, endet das absolut tödlich. Genauso, als wenn ein Fön in eine Badewanne voller Wasser fällt.

So lange das Wasser in den Keller schießt, bestehe außerdem die Gefahr, dass das Wasser Türen schließt und diese wegen des Wasserdrucks nicht mehr zu öffnen sind. Der Keller als tödliche Mausefalle: Dort, wo das Wasser einströmt, ist dann auch kein Rauskommen möglich.

Bleibt also nur, den Notruf 112 zu wählen und auf die Feuerwehr zu warten. Milkovic versichert: „Wir rücken auf jeden Fall sofort aus.“ Die eingehenden Notrufe würden je nach Kapazität und Priorität abgearbeitet. Sind zum Beispiel Kinder in Gefahr, helfe die Feuerwehr dort zuerst. Hohe Priorität genießen auch drohende Umweltschäden, etwa, wenn Heizöl ausläuft oder auslaufen könnte.

Vorab könne man nur wenig gegen die drohende Gefahr unternehmen. Sandsäcke, oder bauliche Maßnahmen würden nur greifen, wenn das Wasser sich oberirdisch seinen Weg sucht und immer wieder über die selbe Ecke eindringe. Meist ergebe sich die Flut aber aus dem steigenden Grundwasser oder steige in der Kanalisation, wie Milkovic weiß: „Da ist dann nichts zu machen, bei der Kanalisation hilft dann höchstens noch eine Rückschlagklappe, die man vorher einbauen ließ.“

Bisher gelte aber: „Völklingen selbst hat am Montag noch Glück gehabt.“ Ein verstopfter Ablauf auf der Autobahn 620, ein umgestürzter Baum bei Lauterbach, einzelne vollgelaufene Keller. Aber keine Flächenereignisse, wie zum Beispiel am Montag in Heusweiler.

Freie Kapazitäten setzt die Freiwillige Feuerwehr Völklingen durchaus in den Köllertalgemeinden ein. Schließlich schreitet die interkommunale Zusammenarbeit der Kommunen gerade in diesem Bereich stark voran. „Beim Heusweiler-Einsatz konnten wir aber auf halber Strecke umdrehen“, berichtet Milkovic. Vor Ort brauchten Völklinger Feuerwehrleute nicht zu helfen. Sie konnten ihre Kollegen aus anderen Regionalverbands-Kommunen besser unterstützen, indem sie ein externes Lagezentrum auf heimischem Boden einrichteten.

Feuerwehr Völklingen im Unwetter-Einsatz: Ein umgestürzter Baum an der Landstraße nach Lauterbach wird aus dem Weg geräumt.
Feuerwehr Völklingen im Unwetter-Einsatz: Ein umgestürzter Baum an der Landstraße nach Lauterbach wird aus dem Weg geräumt. FOTO: Torsten Milkovic/ Feuerwehr