Walter Otto macht's noch mal

Keiner sonst will's machen, und so macht es Walter Otto noch einmal. Der Vorsitzende des Verkehrsvereins, nur noch kommissarisch im Amt, ließ sich drängen, den Rosenmontagszug 2016 zu organisieren.

Eigentlich sollte es bei der Mitgliederversammlung des Völklinger Verkehrsvereins im Bistro 06 um eine Neuordnung gehen. Vorsitzender Walter Otto ist nach seinem Rücktritt aus persönlichen Gründen nur noch kommissarisch im Amt. Er hatte sich gewünscht, am vergangenen Dienstagabend einem Nachfolger gratulieren zu können. Der starke Zuspruch zur Versammlung ließ hoffen. Nachdem Otto noch einmal die ernste Lage um den Verkehrsverein zusammengefasst hatte, wurden viele Themen der Vergangenheit angeschnitten: Schmatztage, Stadtfest, steigende Kosten für die beteiligten Vereine, deshalb sinkendes Interesse mitzuwirken.

Schon bald nach Sitzungsbeginn steuerten die innerstädtischen Karnevalisten, allen voran die Kreisler, in eine ganz bestimmte Richtung. Der Völklinger Rosenmontagsumzug müsse unter allen Umständen stattfinden. "Stimmt, sonst ist er gestorben", bestätigte Oberbürgermeister Klaus Lorig als Sitzungsleiter. Andere Kandidaten zur Umzugsorganisation als der Verkehrsverein brachen schnell weg. "Wir können das nicht leisten", so Kreisler-Vize-Präsidentin Gabi Pink. Dann müsse halt der Umzug der Aktionsgemeinschaft Heidstock (AGH) in die Innenstadt führen oder in umgekehrter Richtung verlaufen. AGH-Vorsitzender Thorsten Hayo bezweifelte allerdings, dass dies so funktionieren werde.

Man erinnerte sich an Ottos Schwur zum Jahresbeginn: "So lange ich Vorsitzender des Verkehrsvereins bin, wird es in Völklingen einen Rosenmontagsumzug geben." Er wurde quasi darauf festgenagelt. Davon, dass eine Nachfolgeregelung gefunden müsse oder der Verein aufgelöst werden müsse, war keine Rede mehr. Stattdessen gab's einen Kompromiss - zu Ottos Lasten. Er übernimmt noch einmal die Organisation des Rosenmontagsumzuges. Aus der Versammlung erklärten sich drei, vier Leute bereit, ihn zu unterstützen. "Ja, das kriege ich hin", murmelte der Betroffene mit tiefen Falten auf der Stirn. Und schickte hinterher: "Bin ich zu Hause, werde ich dafür erschlagen." Die Karnevalisten Werner Brandt, Andreas Schwickert und Wirtin Tina Stiller bilden das Trio, das ihn unterstützten will. Otto zuversichtlich: "Das Grundkonzept steht ja."

Lorig warnte zum Abschluss noch einmal für die Zeit nach dem Karnevalsumzug: "Dann muss es aber um die Struktur des Verkehrsvereines gehen."