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Unter erschwerten Bedingungen
Waldwege nach nassen Monaten endlich frei

So stabil und schlammfrei wie auf diesem Bild aus dem Homburger Wald muss der Boden beschaffen sein, damit Arbeiter gefälltes Holz abtransportieren können, ohne den Untergrund zu zerstören.
So stabil und schlammfrei wie auf diesem Bild aus dem Homburger Wald muss der Boden beschaffen sein, damit Arbeiter gefälltes Holz abtransportieren können, ohne den Untergrund zu zerstören. FOTO: Christine Maack
Völklingen. Lange Zeit ging’s nicht vorwärts: Die Böden in den Revieren waren aufgeweicht. Schwere Maschinen konnten gefälltes Holz nicht abtransportieren. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Auf eine harte Geduldsprobe wurden Förster, Waldarbeiter und Kunden gleichermaßen gestellt. Denn der milde Winter seit Dezember machte die Arbeit über viele Wochen fast unmöglich. Hinzu kam teils ergiebiger Regen, der den Böden zusätzlich zusetzte. Das bedeutete: keine Chance, mit Lastern und Kränen über Waldwege zu gefällten Bäumen vorzudringen, um diese wegzuschaffen. „Ja, da ist ein ganz schöner Auftragsstau aufgelaufen“, bestätigt Jens Merzbach. Denn Holzabnehmer konnten wegen der Wetterunbillen nicht bedient werden. Die geschlagenen Stämme blieben liegen, schildert der Revierförster, dessen Arbeitsrefugium der Wald nahe Völklingen und Warndt ist und sich größtenteils Richtung Überherrn erstreckt.


Dabei waren es nicht nur die Großkunden aus der Industrie, die sich in Geduld üben mussten. Der 28-Jährige: „Viele Privatabnehmer machten sich Sorgen, weil sie kein Brennholz für ihre Öfen bekamen.“ Merzbach habe jene immer wieder aufs Neue vertrösten müssen. „Ich konnte bis Ende Januar nichts bereitstellen“, berichtet er.

Doch allmählich entspanne sich die Lage. Auslöser dafür: der Dauerfrost. „Jetzt kommen wir wieder mit unseren Maschinen in den Wald.“ Statt Morast seien die Wege nun knüppelhart gefroren. Eine Piste, über die nun die Fahrzeuge rollen, ohne Schaden anzurichten. So könnten er und seine Kollegen die liegengebliebenen Arbeiten aufholen. Drei Waldarbeiter beackerten das Revier auf einer Fläche von rund 2000 Hektar und damit ungefähr so groß wie 2000 Fußballfelder. Bei Bedarf ordere Merzbach Privatunternehmen, die dann im Auftrag des staatlichen Landesbetriebs Saarforst unterstützen. Denn über die übliche Schicht hinaus könnten die drei festen Forstmitarbeiter nicht gefordert werden. „Das ist ein Knochenjob.“ Nach acht Stunden seien die Kollegen platt.



„Wenn das Wetter so kalt bleibt, kommen wir nach“, ist der Experte überzeugt. Dann sollen beispielsweise  Firmen mit Bauholz versorgt werden, die ihre Produktion auf Grund der prekären Liefersituation zurückgefahren hätten. „Das Wetter ist jetzt perfekt“, wertet der Förster.

Schäden an gefällten Bäumen seien durch die Feuchtigkeit indes nicht entstanden. Der Revierförster: „Wir haben zuvor nichts geschlagen, was hätte kaputt gehen können.“ Und da während der feuchten Wochen auf den Einsatz schwerer Maschinen vezichtet wurde, sei Merzbachs Wald gänzlich unbeschadet davongekommen.

Wie viel Holz nun aus dem Wald raus muss und dort zurzeit lagert, das weiß der gebürtige Bonner allerdings nicht. Zumal demnächst nach Bedarf wieder gefällt werden soll. Übrigens: Für den Rheinländer mit Staatsexamen ist es das erste Revier, das er leitet.

Spurrinnen wegen aufgeweichter Wege wie hier auf dieser Archivaufnahme im Sulzbacher Wald haben der Holzernte zugesetzt. Sie geriet dadurch ins Stocken.
Spurrinnen wegen aufgeweichter Wege wie hier auf dieser Archivaufnahme im Sulzbacher Wald haben der Holzernte zugesetzt. Sie geriet dadurch ins Stocken. FOTO: Uli Barbian / uli barbian
Revierförster Jens Merzbach mit Hund Djago unterwegs.
Revierförster Jens Merzbach mit Hund Djago unterwegs. FOTO: Jens Merzbach